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Deutschsprachige Erstaufführung: DAS BEKENNTNIS EINES MASOCHISTEN von Roman Sikora, Theater Bern

Premiere 04. Mai 2013 Vidmar + im Rahmen des Festivals «AUAWIRLEBEN». -----

Herr M. ist ein ganz normaler Mann. Er arbeitet als Grafiker in einer Werbeagentur. Darüber hinaus ist Herr M. bekennender Masochist. Leider aber lebt er in einem öden und vorsichtigen Land, in dem selbst Dominas ihre Kunden Fragebogen ausfüllen lassen, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Herr M. macht sich auf die Suche nach stärkeren Kicks. Doch weder bringt die Teilnahme an einer Demonstration von Linksextremen beim Internationalen Währungsfonds die ersehnte Prügelei, noch der Besuch eines Skinhead-Konzerts in der Verkleidung eines dunkelhäutigen Ausländers. Glücklicherweise entdeckt Herr M. schliesslich, dass das Arbeitsleben eine Quelle herrlicher Demütigungen sein kann. Fortan findet er vollumfängliche Befriedigung durch Gehaltskürzungen, unbezahlte Überstunden, Urlaubsverzicht, fehlende Sozialleistungen.

Noch besser aber wird es, als er seine Stelle in der Werbeagentur verliert, als Putzmann in einem Kaufhaus anheuert und mit fünf teilweise illegalen Teilzeitstellen knapp überleben kann. Der Höhepunkt seines Lebens als Arbeitssklave ist die Teilnahme an der «Human - Resources - Olympiade», bei der er mit seinem Bedürfnis sich ausbeuten zu lassen selbst gegen die Chinesen gewinnt. – Niemand schuftet ausdauernder und aufopferungsvoller als die Bewohner eines kleinen Landes in Europa, die in der

Lage sind, aus Schmerz Lustgewinn zu ziehen.

«Safe, sane and consensual»: So lautet die Regel für sadomasochistische Verhältnisse. Und sicher, vernünftig und freiwillig sind auch die Arbeitsverhältnisse, denen wir uns unterwerfen. Der tschechische Autor Roman Sikora hat eine grelle, nachdenklich machende Farce über das pervertierte Verhältnis des Mitteleuropäers zu seiner Arbeit geschrieben, die den Nagel auf den Kopf trifft.

Roman Sikora geboren 1970 in Třinec, Tschechien, reagiert in seinen Theaterstücken – darunter »Die Unbeweglichkeit«, »Die Stützen der Gesellschaft«, »Tod eines talentierten Schweins« – mit eigensinnigem Humor auf aktuelle soziale und politische Zustände. 1997 erhielt er für »Antigone weggefegt« den Alfréd-Radok-Preis. Viele seiner Werke wurden bereits übersetzt, u. a. ins

Deutsche. Sein neuestes Stück, »Zpověď masochisty« (Ü: Bekenntnis eines Masochisten), hatte 2011 am Prager Theater Letí, Zentrum für zeitgenössische Dramatik, Premiere. Sikora lebt in Prag.

Regie Dominic Friedel

Bühne Olga Ventosa Quintana

Kostüme Senta Amacker

Dramaturgie Sabrina Hofer

Herr M. / Mann mit der Maske des Personalchefs der Commerzbank

Christoph Rath

Domina Laura / Anthropomorphes Pferd / Skinhead / Mann mit der Maske des Finanzministers / Randeep Ramesh, Reporter

Henriette Cejpek

Robert / Polizist / Mann mit der Maske des Chefs / Wolf Blitzer, Reporter

Pascal Goffin

Jeanette / Polizistin / Skinhead / Mann mit der Maske des Kauflandchefs / Herr

M.

Philine Bührer

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