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"Der Austritt des Dichters Robert Walser aus dem literarischen Verein" nach der Komödie von Gert Hofmann, theater VIEL LÄRM UM NICHTS in der Pasinger Fabrik München

04.04.2012

Premiere 12. April 2012 | 20 Uhr. -----

Robert Walser starb am Weihnachtstag 1956 auf einem einsamen Spaziergang im Schnee. Er war einer der rätselhaftesten Schriftstellerpersönlichkeiten unserer Zeit.

Die letzten dreißig Jahre seines Lebens verbrachte er in einer Heilanstalt. Verfasste Texte in einer winzigen Bleistiftschrift, die man lange Zeit für eine Geheimschrift hielt. In einem mühevollen Prozess konnten diese Manuskripte jetzt entziffert werden. Nach drei Jahren Anstalt gab er das Schreiben vollständig auf und lebte 27 Jahre als einfacher Patient in der Heilanstalt. Robert Walser, für den Sprache alles war, verstummte und schwieg. Einer, der anders denkt als alle anderen, und dem seine künstlerische Freiheit und Unabhängigkeit über alles ging.

Wir erleben seinen Kampf gegen eine Kulturbürokratie, die hinter hohen Zielen die spezifische Ausbeutung des Individuums kaschiert; sein Ringen um künstlerische Anerkennung, seine Unfähigkeit, Bindungen an die Gesellschaft und seine Mitmenschen einzugehen, seine wachsenden Ängste, dem eigenen Kunstanspruch nicht mehr zu genügen und zu versagen.

Er war ein Dichter im Verborgenen, der alltägliche Dinge, Begegnungen und Gespräche in wunderbar einfacher Sprache ausdrücken konnte. Reduktion und Vereinfachung als Mittel, eine größere Dichte und Intensität zu erzeugen. Walser geht es um die Poetisierung der alltäglichen Gegenwart und der darin gefangenen Menschen. Als ein "verwildertes literarisches Grab" hat Martin Walser das Werk und Leben seines Namensvetters Robert Walser bezeichnet.

Gert Hofmann, zuletzt wohnhaft in München, verstorben im Jahre 1993, schrieb Theaterstücke, Hörspiele, Erzählungen und Romane. 1979 erhielt er den Ingeborg-Bachmann-Preis und 1982 für seinen Roman "Auf dem Turm" den Alfred-Döblin-Preis. München zeichnete ihn mit dem Literaturpreis der Landeshauptstadt aus. Sein Nachlass befindet sich in der Stadtbibliothek Monacensia. Für sein Stück über Robert Walser verwendete er zum größten Teil nur Orginalzitate aus den Werken Robert Walsers.

Der beliebte und bekannte Münchner Schauspieler Gerd Lohmeyer, der für seinen Valentin-Abend mit dem AZ-Stern des Jahres 2011 ausgezeichnet wurde, spielt den Robert Walser. Für seine Darstellung der Lucie Cabrol unter der Regie von Jochen Schölch erhielt er bei den Bayerischen Theatertagen 2010 den Darstellerpreis.

Alois-Michael Heigl begann seine Karriere an den Münchner Kammerspielen. Noch unter der Intendanz von August Everding inszenierte er dort die Uraufführung von Turrinis "Sauschlachten". Acht Jahre lang war er Schauspieldirektor am Staatstheater Wiesbaden.

Ein theatralisches Projekt über den Dichter Robert Walser nach der Komödie von Gert Hofmann

"Der Austritt des Dichters Robert Walser aus dem literarischen Verein"

Bearbeitet und inszeniert von Alois-Michael Heigl

Musik Alexander Zimmermann

Gerd Lohmeyer als Robert Walser

Kathrin Anna Stahl als Frieda Mermet, seine langjährige Freundin

Alexander Zimmermann als Alois, Patient

Hubert Bail als Oskar Gissinger, Vorsitzender des literarischen Vereins von Bern

Weitere Aufführungen:

13., 14., 19., 20., 21., 26., 27. und 28. April

sowie 3., 4. und 5. Mai 2012 | jeweils 20 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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