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Dem Fusionstheater Krefeld Mönchengladbach droht das Aus

Die Existenz der Vereinigten Städtischen Bühnen Krefeld und Mönchengladbach ist akut bedroht. Bei seiner Sitzung am 17. Dezember 2008 genehmigte der Rat der Stadt Mönchengladbach den vom Theaterkuratorium bereits beschlossenen Nachtragshaushalt für die laufende Spielzeit 2008/2009 nicht.

Eine Aufstockung der Zuschüsse beider Trägerstädte war notwendig geworden,

da die auch für die deutschen Theater übernommenen Tariferhöhungen im

Öffentlichen Dienst ein Loch von einer knappen Million Euro in den

aktuellen Etat des ältesten deutschen Fusionstheaters gerissen hatte.

Die Zustimmung aus Krefeld war bereits am 11. Dezember gekommen.

Gegen die Gewährung der von Mönchengladbach aufzubringenden Summe von

485 000 Euro stimmte jetzt die Ratsmehrheit von CDU und FDP.

"Wenn es dabei bleibt, sind wir Anfang Juli 2009 zahlungsunfähig",

skizziert Generalintendant Jens Pesel, der das Gemeinschaftstheater

am Niederrhein seit zwölf Jahren erfolgreich leitet, die düsteren

Zukunftsaussichten der Bühnen.

"Nachgerade absurd", so Pesel, mute da die Ratsentscheidung an, die

die Mönchengladbacher Kommunalpolitiker im vorgelagerten

Tagesordnungspunkt herbeigeführt hatten: Mit den Stimmen von CDU und

SPD wurde beschlossen, für mehrere Millionen eine ehemalige

Bundeswehr-Depothalle zu einem Ausweichquartier für das wegen

sanierungs- und brandschutzbedingter Umbaumaßnahmen im kommenden

Sommer zu schließende Theater Mönchengladbach herzurichten. "Ob wir

in diesem Gebäude, das sich unweit des Mönchengladbacher

Borussen-Stadions im Nordpark befindet, in den Spielzeiten 2009/2010

sowie 2010/2011 überhaupt Theateraufführungen werden anbieten können,

steht nach der Ablehnung des Nachtragshaushaltes allerdings in den

Sternen", verdeutlicht Pesel die brisante Situation.

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