Denn nun hoffen drei auf den begehrten Teilhaberposten in der Firma. Aber vielleicht ist die zielstrebige und über alle Maßen kompetente junge Kollegin nur dazu da, die beiden Handlungsreisenden zu analysieren, um festzustellen, wer am Ende outgesourct werden soll. »Zeit der Kannibalen« ist ein bösartig komisches Kammerspiel, das – sich immer weiter zuspitzend – die wuchernden Ausläufer einer nur auf den Markt setzenden Globalisierung mit bissigen Dialogen zur Sprache bringt. Die Globalplayer übernehmen die Welt, formen sie nach ihrem Willen und zerfetzen sich schlussendlich doch nur selbst.
»Zeit der Kannibalen« ist ein bösartig komisches Kammerspiel, das – sich immer weiter zuspitzend – die wuchernden Auswüchse einer nur auf Markt und Profit fokussierten Globalisierung mit bissigen Dialogen zur Sprache bringt. Die selbsternannten oder tatsächlichen global player übernehmen die Welt, formen sie nach ihrem Willen, richten dabei ohne eine Spur von Empathie viel Unheil an – und richten ihren Zynismus, ihre Zerstörungswut und ihren Egoismus über kurz oder lang gegeneinander.
Regisseur Dominic Friedel freut sich besonders, dass die geschlossene, bisweilen klaustrophobische Atmosphäre der Hotelzimmer in der Vorlage durch die Aufführung in der Raumbühne nochmals gesteigert wird: Die Raumstation »Paradies« wird zum Ort, in dem die Protagonisten unentrinnbar zusammen eingeschlossen sind, ähnlich wie die Personen in Jean-Paul Sartres Klassiker »Geschlossene Gesellschaft«. Und für die Schauspieler, die als Raubtierkapitalisten die selbsternannten Herrscher der Welt darstellen, ist die bildliche Metapher der Raumstation, von der aus man auf die Erde herabsieht, ein perfekter Rahmen.
»Zeit der Kannibalen« ist ursprünglich ein Spielfilm, der 2014 mit Sebastian Blomberg, Katharina Schüttler und Devid Striesow in den Hauptrollen erschien und als »Bester Spielfilm« mit dem Preis der Deutschen Filmkritik ausgezeichnet wurde.
Für die Bühne bearbeitet von Johannes Naber
Regie Dominic Friedel
Raumbühne Christiane Hercher
Kostüme Josefine Krebs
Dramaturgie Laura Busch
Mit
Léa Wegmann, Uwe Fischer, Zlatko Maltar, Lukas Paul Mundas
Vorstellungen So. 13. 5./ So. 27. 5.