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William Shakespeare, MASS FÜR MASS

Premiere 17. Januar 2009 um 19.30 Uhr im Schauspielhaus

Wozu Gesetze? Statt mit der Last der Paragraphen leben die Bürger mit ihren Lastern und so lange sich keiner stört, kann jeder tun, was recht ist.

Allerdings: wie viel Freiheit und wie viel ungezügeltes Leben kann ein Staat vertragen? Vienna droht Chaos und Untergang, denn die Stadt ist ein Sündenpfuhl, die Sitten sind verroht und die Moral ist im Eimer. Was tun? Die Stadt bräuchte einen Tugendwächter, der die Sittenlosigkeit rigoros bestraft, so wie es das Gesetz eigentlich vorsieht. Aber wer will unerbittliche Strenge gegen die Eigenart der menschlichen Natur anwenden? Viennas Herzog Vincentio jedenfalls ist ein nachsichtiger Herrscher, der den alten Gesetzen nicht traut, zu sehr ist er fasziniert vom Traum des freien Lebens und der individuellen Autonomie. Daher braucht Vincentio zum einen Urlaub zum anderen einen Stellvertreter, der statt seiner die Sache regelt.

Vincentio übergibt die Regierungsgeschäfte mit allen Vollmachten seinem Statthalter Angelo, der die untergehen de Stadt wieder auf Kurs bringen soll. "Nicht tot war das Gesetz, geschlafen hat es nur. Jetzt ist das Gesetz erwacht", erklärt Moralapostel Angelo und säubert mit ungeahnter Energie die Stadt. Mit Stahlbesen wird die Sünde weggefegt, kein Bordell darf offen stehen und jegliches sexuelle Verlangen führt in die Katastrophe. Liebende, die nicht verheiratet sind, illegitim Kinder zeugen, verlieren den Kopf. So soll es jedenfalls mit Claudio geschehen, der ein junges Mädchen geschwängert hat. Rettung verspricht nur Claudios strenge Schwester Isabella, eine Novizin, die im Nonnenkloster weilt und eigentlich Angelos Moralvorstellungen teilt. Der Anblick dieser "reinen Seele" erregt Tugendwächter Angelo derart heftig, dass er zum unmoralischen Händler wird und das Leben des Bruders gegen eine Nacht mit ihr zum Tausch vorschlägt. Isabella möchte ihren Bruder lieber sterben sehen, als ihre Unschuld in dieser verdorbenen Welt zu verlieren. Aber es gibt noch eine andere Lösung, die kennt ein zweifelhafter Mönch, der in Wahrhe it Herzog Vincentio ist, der Angelos Treiben undercover beobachtet. Shakespeare erzählt in MASS für MASS von Stellvertretern und Stellvertretungen, von Moralvorstellungen, die er gleichzeitig beschwört und entwertet.

Regie Stefan Pucher

Bühne Barbara Ehnes

Kostüme Annabelle Witt

Dramaturgie Matthias Günther

Musik Marcel Blatti

Video Chris Kondek

Licht Stephan Mariani

Vincentio, der Herzog Thomas Schmauser

Angelo, der Statthalter Christoph Luser

Escalus, ein alter Lord Wolfgang Pregler

Claudio, ein junger Gentleman Lasse Myhr

Lucio, ein Sonderling Peter Brombacher

Pompejus, Kuppler Walter Hess

Kerkermeister Stefan Merki

Ellbogen, Polizist Sebastian Weber

Pompejus, ein Kuppler Walter Hess

Schaum, Trottel Stefan Merki

Abhorsohn, Henker Sebastian Weber

Bernardino, ein zügelloser Gefangener Wolfgang Pregler

Isabella, Claudios Schwester Brigitte Hobmeier

Franziska, eine Nonne /

Madame Oberdone, Kupplerin /

Marianna, Angelos Verlobte / Tabea Bettin

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