Die Hauptfigur André ist selten in der Lage über seine Demenz zu reflektieren. Die meiste Zeit macht er die Anderen für seine Unzulänglichkeiten verantwortlich. Die zunehmende Entfremdung von der Lebensrealität, die sich stetig ausdehnende räumliche und zeitliche Desorientierung erzählt Florian Zeller nicht linear-chronologisch, sondern mit einer faszinierenden Schachtelstruktur, in der die Erzählperspektive immer schwieriger auszumachen ist.
Florian Zeller gehört zu den erfolgreichsten zeitgenössischen Autor*innen in Frankreich. Für dieses Stück, dessen Triumphzug bis zum Broadway reicht, erhielt er den Prix Molière. In Szene setzen wird diese Tragikomödie der Regisseur Tuğsal Moğul, der sich bereits in der letzten Spielzeit mit seiner Inszenierung von Die unbekannte Stadt dem Osnabrücker Publikum vorstellte. Moğul ist zugleich Arzt und Regisseur und nähert sich dem Thema aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.
Deutsch von Annette und Paul Bäcker
Inszenierung Tuğsal Moğul
Bühne, Kostüme Ariane Salzbrunn
Dramaturgie Jens Peters
André Dietmar Pröll
Anna Christina Dom
Nadja Elaine Cameron
Eine Frau Anne Simmering
Paul Andreas Möckel
Ein Mann Thomas Kienast
"Vater" von Florian Zeller, Theater Osnabrück
Premiere am Samstag, 7. April 2018, 19.30 Uhr, emma-theater
31.03.2018
Rund 1,6 Millionen Menschen leiden in Deutschland an Demenz – und ihre Zahl steigt. Doch wie erleben Erkrankte ihre Umwelt? Das Theaterstück Vater von Florian Zeller erzählt aus der Perspektive eines Betroffenen. Was sich wie eine kaum zu lösende Aufgabe für einen Dramatiker anhört, hat Florian Zeller auf eigenwillige und beeindruckende Weise für die Bühne in eine Form gebracht.

