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Uraufführung: "Sofort Heiraten" von Beate Fassnacht im Mainfranken Theater Würzburg

Premiere: 12. Mai 2007 | 20.00 Uhr | Kammerspiele.

 

Der Franz möchte morgen die Rosi heiraten. Die Rosi will, wenn überhaupt, erst übermorgen. Und quält sich auch mit Emis letztem Happen. Die Emi hat halt Angst, dass all das Essen anbabbt.

 

Denn immer lässt es Rosi babbig werden. Weil sie sich nicht entscheiden kann. Der Franz oder der Ernst. Wobei der schon auch die Emi liebt. Endlos langes Warten gibt es aber nicht mit dem Franz. Der Rosi geht halt alles immer viel zu schnell. Schwanger wird sie irgendwie dann doch. Und als sie dann die Schildkröte gebärt, da werden Franz und Rosi eben doch noch Eheleute.

 

In „Sofort heiraten“ gibt es keine Gesetzmäßigkeiten. Die Norm ist außer Kraft gesetzt. Im Laufe des Abends versuchen Rosi und Franz mit abgeklärter Gleichgültigkeit den konventionellen Vorgaben einer Partnerschaft zu folgen. Doch die erhoffte Zufriedenheit stellt sich nicht ein. Anspruch und Realität klaffen so weit auseinander, dass die praktizierte Normalität an Absurdität kaum mehr zu übertreffen ist.

 

Die Konventionen, die in „Sofort Heiraten“ eine Rolle spielen, sind in erster Linie solche, die mit Beziehung und Gefühlen zu tun haben. Der Beziehungsalltag ist zwar trist, aber dennoch messen die Figuren ihre Beziehungen an einem recht hohen, romantischen Anspruch. Dabei hat die Sehnsucht nach Familie und Kindern weniger mit gesellschaftlichen Vorgaben zu tun als mit der inneren Leere der Protagonisten und ihrem Wunsch, noch mal von vorne anfangen zu können bzw. eine Perspektive fürs Weiterleben zu haben.

 

„Sofort Heiraten“ ist eine Abbildung des modernen Beziehungsalltags, dem Wunsch nach Familie und der Flucht aus einem grauen Alltag in eine bunte Scheinwelt.

 

Inszenierung: Hilde Schneider

Bühne und Kostüme: Christine Knoll

Dramaturgie: Petra Paschinger

 

Rosi Natalie Forester

Emi Eva Brunner a. G.

Franz Klaus Müller-Beck

Ernst Georg Zeies a. G.

 

Beate Fassnacht

Die gebürtige Konstanzerin Beate Faßnacht war bisher v. a. als Bühnen- und Kostümbildnerin tätig, u. a. am Schauspielhaus Zürich, am Staatstheater Stuttgart und am Mainfranken Theater Würzburg (Schiller: Wilhelm Tell, Regie: Bernhard Stengele). Ihr Debüt als Dramatikerin feierte sie 1999 mit dem Monolog „Bali solo“, ihr zweites Stück „Sofort heiraten“ wurde 2005 bei den St. Galler Autorentagen ausgezeichnet. Mit ihrem neuesten Stück „Die Brust von der Frau von Chur“ ist sie im Mai dieses Jahres zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

 

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