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URAUFFÜHRUNG: Jonathan Littell, "Die Wohlgesinnten" im Schauspielhaus Wien

Premiere: 4. Oktober 2013. -----

Ein Meisterwerk? Oder Pornografie? Bei seinem Erscheinen 2006 war Jonathan Littells Roman Die Wohlgesinnten ein Skandal. Aus einer provokanten Perspektive, die bis dato keiner vor ihm einzunehmen gewagt hat, erzählt Littell vom Dritten Reich.

Er verbindet die fiktive Autobiografie seines Protagonisten Maximilian Aue mit realen Ereignissen und Personen des Holocaust und berichtet aus der Täter-Perspektive von dessen Karriere von 1941bis 1945.

 

Der italienische Regisseur Antonio Latella – am Schauspielhaus inszenierte er 2009 Wild wuchern die Wörter in meinem Kopf. Ein Triptychon nach Texten von Josef Winkler –, hat Littells Roman dramatisiert.

 

Die Wohlgesinnten ist auch Titel des letzten Teils der Orestie von Aischylos, in welchem die Rachegöttinnen, die Erinyen, den neuen Namen Eumeniden (Die Wohlgesinnten) bekommen, um sie zu

beschwichtigen. Diese Verbindung zur antiken Tragödie ist Ausgangspunkt von Latellas Bearbeitung für drei Schauspieler und einen Sänger: Maximilian Aue wird zum zeitgenössischen Orest, sein Freund Thomas Hauser zu Pylades, der ihm folgt und ihn mit dem Grauen bekannt macht, und Maximilians Zwillingsschwester Una zur verzweifelten, inzestuösen Elektra.

 

Jonathan Littell

geboren 1967 in New York, aufgewachsen in Frankreich, wo er 1985 die Matura absolvierte. Studium an der Yale University (USA). Zwischen 1993 und 2001 arbeitete er für die humanitäre Organisation „Aktion gegen den Hunger“ (Action Contre la Faim, ACF) in Bosnien und Afghanistan, im Kongo und in Tschetschenien. Für seinen Roman Les Bienveillantes (Die Wohlgesinnten) erhielt er 2006 sowohl den Grand Prix du Roman de l’Académie Française als auch den Prix Goncourt. Jonathan Littell lebt in Spanien. Zuletzt erschienen im Jahr 2012 im Auftrag der französischen Tageszeitung Le Monde seine Notizen aus Homs, eine dokumentarische Reportage zum Bürgerkrieg in Syrien.

 

Antonio Latella

geboren 1967 in Castellamare di Stabia bei Neapel. Zwischen 1986 und 2000 arbeitete er zunächst als Schauspieler mit Regisseuren wie Luca Ronconi, Massimo Castri, Giuseppe Patroni Griffi und Elio De Capitani. Nach seinem Debut als Regisseur mit Agatha (1998) von Marguerite Duras widmete er sich unter anderem dem Werk von William Shakespeare, Jean Genet und Pier Paolo Pasolini. Seit 2004 auch Operninszenierungen, u.a. Orpheus und Eurydike von Christoph Willibald Gluck (2004), Tosca von Giacomo Puccini (2005) sowie Studio su Medea nach Euripides und Hans Henny Jahnn (2007). Seine Inszenierungen waren auf zahlreichen internationalen Festivals, u.a. in Avignon, Venedig, Barcelona, Zagreb, Paris, Lugano, Lissabon, Reims, Arad, Sibiu, Wien und Rotterdam zu sehen und wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Premio Ubu (drei Mal, zuletzt 2012), dem Preis der italienischen Theaterkritiker, dem Premio Gassman, dem Premio Girulà (zwei Mal, zuletzt 2010), dem Premio Hystro und dem Paradise Award (Novosibirsk Festival). Antonio Latella lebt seit 2004 in Berlin.

 

In der Spielzeit 2010/11 wirkte er als künstlerischer Leiter des Nuovo Teatro Nuovo in Neapel und gründete 2011 seine eigene Produktionsfirma stabilemobile compagnia. Am Schauspielhaus Wien inszenierte er in der Spielzeit 2008/09 Wild wuchern die Wörter in meinem Kopf nach Texten von Josef Winkler, eine Eine Koproduktion von Schauspielhaus Wien, Wiener Festwochen und Nuovo Teatro Nuovo.

 

Aus dem Französischen von Hainer Kober

Dramatisierung von Antonio Latella und Federico Bellini

 

Eine Produktion des Schauspielhaus Wien in Kooperation mit stabilemobile compagnia Antonio Latella

 

Mit

Steffen Höld Thomas Hauser

Barbara Horvath Una

Thiemo Strutzenberger Maximilian Aue

Maurizio Rippa Sänger

 

Regie: Antonio Latella

Bühne/Kostüme: Moira Zoitl, Ralf Hoedt

Licht: Simone De Angelis

Musik: Franco Visioli

 

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