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URAUFFÜHRUNG, A.TONAL.THEATER zeigt: "BASQUIAT:RE-MIX09" - EINE RECHERCHEMASCHINE URAUFFÜHRUNG, A.TONAL.THEATER zeigt: "BASQUIAT:RE-MIX09" - EINE...URAUFFÜHRUNG,...

URAUFFÜHRUNG, A.TONAL.THEATER zeigt: "BASQUIAT:RE-MIX09" - EINE RECHERCHEMASCHINE

Premiere 11. November 2009, STUDIOBÜHNE KÖLN, 20Uhr

weitere Aufführungen: 12.-15. November 09 | 13.-17. Januar 10, Studiobühne Köln

 

PREMIERE BONN: 09. Dezember 09, theater im ballsaal, 20Uhr

weitere Aufführungen: 11.-13. Dezember 09, theater im ballsaal, Bonn

 

 

Bereits 20 Jahre vor dem Phänomen Barack Obama war Jean Michel Basquiat der erste afroamerikanische Superstar der internationalen Kunstszene: Anfang der 80er Jahre – mit Anfang 20 - begann der Aufstieg des als Genie gefeierten Autodidakten, der in Wahnsinnsgeschwindigkeit vom Graffiti-Sprayer „SAMO“ zum hochdotierten „Avantgarde-Galerie-Maler“ aufstieg und eng verbunden war mit dem Vermarktungskünstler schlechthin - mit Andy Warhol und dessen New Yorker Factory.

 

Die 80er Jahre samt ihrer Pop-Kultur - die mit dem Tod des „King of Pop“ Michael Jackson und dem Zusammenbruch der Finanzwirtschaft gerade ihr Ende erleben – erscheinen gerade deshalb, weil sie unsere Gegenwart immer noch maßgeblich prägen und uns heute bis an den Rand einer neuen Epoche führen, als außerordentlich interessant. Zudem findet sich im Werk BASQUIATS ein immer noch brandaktuelles Themenspektrum: Auswüchse des Kapitalismus, Rassismus, Gewalt, Umweltverschmutzung, soziale Misere, Drogen, Aids und der Kulturschock durch die Vernetzungen und Auflösungserscheinungen in einer globalisierten Welt.

 

Ein schwerer Autounfall als Siebenjähriger hinterlässt - wie ja auch beispielsweise im Werk von Frida Kahlo – tiefe Spuren: Angeregt zu einer intensiven Auseinandersetzung mit der menschlichen Anatomie und ihrer Verletzlichkeit, bringt Basquiat eine Vielfalt von Bildern hervor, welche die Zergliederung und Untersuchung des menschlichen Körpers zum Thema haben. Er stattet den Betrachter mit einer besonderen röntgenähnlichen Sichtweise aus, die uns befähigt, in die Körper der Protagonisten hineinzublicken, die Suche nach der menschlichen Seele aufzunehmen. Es scheint, als habe er die Dinge erst auseinander nehmen müssen, um dann ihre Funktionsweise, die Harmonie bzw. den Missklang ihrer Einzelteile festzustellen. Gleiches werden wir mit unserem Projekt versuchen: Die Schauspieler und Zuschauer werden Teil einer „Recherchemaschine“, die sich aller modernen Möglichkeiten von „YOUTUBE“ über „GOOGLE“ und „WIKIPEDIA“ über Video- und Spracheinspielungen bis hin zu privaten Dokumenten und eigens geführten Interviews mit Zeitzeugen bedient. Die Schauspieler werden zu Instrumentalisten der Recherche, sie spielen Dinge ein und sind Träger der akustischen und musikalischen Begleitung des Abends und werden punktuell auch zu Projektionsflächen der Protagonisten ohne diese wirklich zu spielen.

 

Mit der Schriftstellerin und Schauspielerin AZIZE FLITTNER - die wie Basquiat afrikanische Wurzeln besitzt - wurde beispielsweise eine Prallelpersönlichkeit zu BASQUIAT besetzt. Alle Handlungen der Rechercheinstrumentalisten von Schritten zwischen den Recherchestationen - Fernseher, Computer, DJ-Pult, Plattenspieler, (Tage)Bücher und Magazine, Mode, Gemälde und Zeichnungen - bis hin zu den Geräuschen beim Umschlagen der Buchseiten werden akustisch verstärkt und somit sinnlich für den Zuschauer erlebbar. Ziel ist es, eine Art „RE-MIX“ von Personen wie Basquiat und Warhol, ihrer Werke, der Politik, der Wirtschaft, der Mode und Musik der 80er Jahre und ein universelles Bild unserer Zeit mit allen ihren Möglichkeiten, Begrenztheiten, kapitalistischen Auswüchsen, mit persönlichen Sehnsüchten und Ängsten zu kreiieren.

 

Das mehrfach ausgezeichnete und auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals vertretene Kölner A.TONAL.THEATER erobert sich mit diesem Projekt Neuland: Bisher bildeten immer Gedichte, Musikstücke oder neue dramatische Texte die Grundlage der Projekte. Nach Ur- bzw. deutschen Erstaufführungen von Albert Ostermaier, Roland Schimmelpfennig, Franz Xaver Kroetz und Kompositionen von Moritz Eggert entwickelt das Ensemble zum ersten mal einen Musiktheaterabend aus einer biographischen Vorlage heraus. Das Projekt ist auf Grund der gewählten und oben skizzierten Mittel sowie dem Mix aus deutschen und englischen sprachlichen Versatzstücken international ausgelegt, - mit dem Ziel, die deutsche Sprachbarriere zu überwinden und A.TONAL.THEATER auch für den internationalen Festivalbetrieb zu empfehlen. Mit BASQUIAT bewegt sich A.TONAL.THEATER im Grenzbereich zwischen Schauspiel, den Anfängen der HIPHOP- und Clubkultur, Performance und Bildender Kunst.

 

in englischer Sprache

 

Darsteller: Alexe Limbach, Andrea Köhler, Azizé Flittner, Andreas Spaniol, Christof Hemming; Musik/Samples: Wolfgang Proppe (erdmöbel); Video: Valerij Lisac

 

Konzept & Regie: Jörg Fürst; Licht: Veit Griess; Bühne: Jana Denhoven; Kostüme: Monika Odenthal; Maske: Heike Helbach; Layout/Internet: Jörg Waschat/nondesign; Produktion / Technik: Garlef Keßler; Videodokumentation: Basa Vujin-Stein; Öffentlichkeitsarbeit: Nina Speyer;

 

BASQUIAT ist eine Produktion von A.TONAL.THEATER in Kooperation mit Freihandelszone – ensemblenetzwerk köln, Studiobühne Köln und dem Theater im Ballsaal Bonn. Im Rahmen der internationalen Festivalreihe GLOBALIZE:COLOGNE:BERLIN 2010 wird die Produktion auch in der ALTEN FEUERWACHE KÖLN und dem dock11 BERLIN zu sehen sein.

 

WWW.ATONALTHEATER.DE

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