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Premierenwochenende im Landestheater Neuss

Fr., 19. Sept. 20.00 Uhr: „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams im Schauspielhaus

Sa., 20. Sept. 20.00 Uhr „Vatersprache“ von Albert Ostermaier im

Studiofoyer

So., 21. Sept., 15.00 Uhr, Deutschsprachige Erstaufführung: „Cinderellas Schuhe“ von Mike Kenny, für Zuschauer ab 4 Jahren, Studio

 

ENDSTATION SEHNSUCHT

New Orleans, eine Straße mit dem Namen „Elysische Gefilde“, gelegen zwischen einem Industrie-verdreckten braunen Fluss und der Eisenbahn. Ein Blues-Piano spielt. Heiß ist es und schwül. Wer hierher kommen will, muss eine Straßenbahnlinie nehmen, die den Namen „Sehnsucht“ trägt, und das Vieux Carré hinter sich lassen, um zu den Lagerhäusern zu gelangen, aus denen es nach Kaffee und Bananen duftet. Blanche nimmt diese Straßenbahn, kommt überraschend zu Besuch und quartiert sich in der ärmlichen Unterkunft ihrer Schwester Stella ein – und bei deren Mann Stanley Kowalski, einem rohen Ex-Offizier, der seine sexuelle Angriffslust ungehemmt auslebt. In der engen Zwei-Zimmer-Wohnung prallen die drei Protagonisten aufeinander: die schwangere Stella wird wiederholt Opfer ihres gewalttätigen Mannes, Blanche entpuppt sich als abgehalfterte Alkoholikerin und geht Stanley mit ihrem arroganten Upper-Class-Gebaren gefährlich auf die Nerven. Und obwohl Blanche den derben Stanley verachtet, fühlt sie sich doch von seiner virilen Animalität angezogen. Als Stanley schließlich die Zukunftspläne von Blanche zerstört, kommt es zur Katastrophe.

 

Tennessee Williams, geboren 1911 in Columbus/Mississippi, wächst in den Südstaaten der USA auf. Seine Stücke beschreiben das andere Amerika: Nicht der schale Glamour des Hollywood-Films und die Postkarten-Idylle der suburbanen Hochglanz-Wohnparks findet sich hier, sondern die Armut und die gescheiterten Lebensentwürfe derer, die es nicht geschafft haben, am American Dream teilzuhaben. Mit Die Glasmenagerie gelingt Williams 1944 der Durchbruch, mit Endstation Sehnsucht, 1947 in New York uraufgeführt, und Die Katze auf dem heißen Blechdach wird er neben Arthur Miller zu einem der führenden Dramatiker Amerikas. Er stirbt 1983 in New York.

 

Regie: Dominik Günther

Bühne & Kostüme: Heike Vollmer

 

******

 

CINDERELLAS SCHUHE

Imelda besitzt jede Menge Schuhe, die durchaus ihr Eigenleben haben. Jedenfalls wollen die Schuhe, die sie angezogen hat, nicht dahin gehen, wohin Imelda will. Deshalb bleibt Imelda, wo sie ist, und erzählt die Geschichte von Cinderellas Schuhen aus dem berühmten Märchen. Eines Tages nämlich schenkte Cinderella die gläsernen Schuhe Eldamina, der Tochter eines Schuhmachers, die so gern und schön tanzte, wie es Cinderella im Märchen getan hatte. Die Schuhe brachten Eldaminas Familie Glück: Tagsüber lagen sie im Schaufenster und lockten die Käufer in den Laden und abends tanzte Eldamina für ihre Eltern. Doch dann bekam die Familie Zuwachs, ein Schwesterchen für Eldamina. Voller Eifersucht und Angst, die kleine Schwester könnte eines Tages die geliebten Glaspantoffeln bekommen, warf Eldamina ihre Schuhe in einen See...

 

Der Autor Mike Kenny hat seiner Geschichtenerzählerin Imelda viel Humor und eine wundervoll poetische Sprache verliehen, um von kindlicher Eifersucht und Wut ebenso zu erzählen wie von Eldaminas Suche nach den verlorenen Schuhen, bei der sie um manches Paar Schuhe und viele Erfahrungen reicher wird. Dabei werden Imeldas Schuhe zu Mitspielern, die so viel Menschliches haben, dass es nicht auszuschließen ist, dass die Zuschauer nach der Aufführung ihren eigenen Schuhen neue, ungeahnte Aufmerksamkeit schenken werden.

 

MIKE KENNY gehört zu Englands bekanntesten Autoren für Kinder- und Jugendtheater. Seit 1988 wird er jedes Jahr von mehreren Bühnen beauftragt, Theaterstücke für ein junges Publikum zu schreiben. Kenny bekam für seine Arbeiten zahlreiche Preise und ist der bisher einzige Autor seines Landes, der vom Arts Council England als Autor von Kindertheaterstücken ausgezeichnet wurde. 50 Stücke liegen von ihm vor, fünf wurden mittlerweile ins Deutsche übertragen. Sein Kinderstück Der Gärtner, das in der Spielzeit 2006/07 am Rheinischen Landestheater seine Deutschsprachige Erstaufführung erlebte, wurde für den deutschen Kindertheaterpreis 2006 nominiert.

 

Regie: Greet Vissers

Bühne & Kostüme: Mieja Hollevoet

Illustrationen: Ellen Vrijsen

 

Vorstellungen in Neuss:

So 21.09.2008

So 28.09.2008

Di 30.09.2008 (11:00)

Mi 08.10.2008 (11:00)

So 23.11.2008

Die Vorstellungen beginnen - wenn nicht anders angegeben - um 15:00

Termine für Vormittagsvorstellungen entnehmen Sie bitte den aktuellen Monatsplänen.

 

 

 

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