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PREMIERE: BILDER DEINER GROSSEN LIEBE von Wolfgang Herrndorf | Bühnenfassung von Robert Koall - Theater Bonn

Premiere Freitag, 8. März 2024 | 20 Uhr |Werkstatt

Es ist Sommer, Isa aus der Psychiatrie ausgebrochen und nun zu Fuß unterwegs auf einer Art Road-Trip durch das Land.»Die Sterne wandern, und ich wandre auch«, sagt Isa. Sie ist 14 und so viel mehr als das. Man findet in ihr, wenn man will, die ganze Welt. Leichtigkeit und Schwere, Gegenwart und Erinnerung sowie Tod und Leben.

 

Copyright: Markus J. Bachmann

»Isabel, Herrscherin über das Universum, die Planeten und alles. Wenn ich will, dass die Sonne steht, steht die Sonne«, behauptet sie, und je weiter man mit ihr barfüßig durch die Welt stapft, desto unzweifelhafter wird diese Aussage. Isa hat ihr eigenes Denken, ihre eigene Realität mit ihren eigenen – oder eben keinen – Regeln. Sie setzt sich dem Leben mit all seinen Facetten schonungslos aus. Jeder Begegnung auf dieser Reise tritt sie mit solch einer unbedingten Intensität, gemischt mit Naivität, Neugierde, Mut, Stärke und Entschlossenheit, gegenüber, dass man staunend danebensteht. Manchmal möchte man warnen und manchmal auch nur bedingungslos miterleben. Ein Binnenschiffer, ein Schriftsteller, ein Kind, ein toter Jäger… – und irgendwo dazwischen Tschick und Maik.

Fast zufällig verknüpfen sich an dieser Stelle die beiden Romane Herrendorfs TSCHICK und BILDER DEINER GROßEN LIEBE und bleiben dennoch eigene Werke. Das Mädchen von der Mülldeponie ist nun die Protagonistin und man erlebt aus ihrer Sicht das Treffen auf die beiden Jungs, die mit dem Lada auf dem Weg in die Walachei sind.

BILDER DEINER GROßEN LIEBE ist der letzte und unvollendete Roman des Autors, der diesen durch seine vorangeschrittene Krebserkrankung nicht mehr beenden konnte. An manchen Stellen bleibt BILDER DEINER GROßEN LIEBE fragmentarisch, was Isas Denkweise einmal mehr betont. Isa sei so verrückt wie Büchners Lenz, so verloren wie Robert Walsers Jakob von Gunten und kalt wie Camus‘ Fremder, schreibt Iris Radisch in der Ausgabe DIE ZEIT am 19. September 2014 kurz vor der Veröffentlichung und reiht Herrndorfs Romanfragment in die große Weltliteratur ein.

Das Theater Bonn wird den Text für junge Menschen ab 14 Jahren auf seiner Werkstattbühne inszenieren und ihnen die Möglichkeit geben, diese Reise mit Isa zu machen und mit ihren Fragen und Themen in den Dialog zu gehen.

Regie  Laura Ollech
Musik  Johannes Hofmann
Ausstattung und Video  Djamilja Brandt
Licht  Johanna Salz
Dramaturgie  Susanne Röskens
Regieassistenz  Jula Marie Kühl
Ausstattungsassistenz  Elisa Pfeifer
Inspizienz  Sascha Maurice Höchst
Soufflage  Miklós Horváth
Regiehospitanz  Tamara Kosmala

Mit
Sandrine Zenner
  Daniel Stock

Weitere Termine bis April: 13., 16., 19., 20. März | 5., 11., 12. April

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