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Österreichische Erstaufführung: "Wir sind nicht das Ende" von Carsten Brandau, Theater Nestroyhof Hamakom in Wien

Premiere: 25. September 2011, 20.00 Uhr. -----

 

Drei Jahre lang war sie mit Ziad Jarrah verheiratet. Ziad war ihre große Liebe. Bis er am 11. September 2001 in den USA ein Passagierflugzeug entführt und es in Pennsylvania auf einen Acker abstürzen lässt.

Nie war ihr an Ziad etwas aufgefallen. Nichts, was auf diesen 11. September hätte hinweisen können. "Wir sind nicht das Ende" beschreibt eine Nacht im Leben einer Frau, die mit einem der Terrorpiloten von 9/11 verheiratet war. Sie durchlebt eine dieser immer wiederkehrenden Nächte: War ihre Liebe eine große Lüge? Wer war dieser Mensch, den sie geliebt hat? Und wer ist sie, dass ein Mörder sie liebte? Hat er sie überhaupt geliebt? Hat sie diesen Mann, den sie liebte, gar nicht wirklich gekannt...

 

Das Stück basiert auf einer wahren Begebenheit: Aisha wächst in einer türkischen Familie in Deutschland auf. Sie studiert Medizin, lernt den Libanesen Ziad kennen, die beiden verlieben sich,

heiraten – plötzlich bricht Ziad sein Studium ab, um sich in Florida als Pilot ausbilden zu lassen.

Am 13. November 2001 übergibt ihr ein Beamter des BKA ein Paket von dem mittlerweile als

Terrorpilot identifizierten Ziad. Unterschrieben hatte er mit “Dein Mann für immer”.

 

Carsten Brandau folgt in dieser intensiven Beziehungsrückschau der Frage, wie viel Distanz zwischen

zwei Menschen herrschen kann, die eine Liebesgeschichte verbindet. Die Protagonistin kämpft mit der Ambivalenz der vertrauten privaten Person und der radikalen Tat ihres Mannes. In ihrer Raserei versucht sie immer wieder Erklärungen zu finden, wie sie jemanden jahrelang lieben konnte ohne seine wahre Identität und Weltanschauung zu kennen. Es entwickelt sich ein beklemmendes Wechselspiel zwischen Liebe, Hass und Entfremdung, Täuschung und Offenbarung.

 

Wir sind nicht das Ende wurde zur deutsch-türkischen Autorenwerkstatt 2005/06 unter Leitung

von Feridun Zaimoglu und Sibel Arslan Yesilay eingeladen und nahm an der “Langen Nacht der Autoren” 2006 des FFT Düsseldorf teil (Werkstattinszenierung). Uraufgeführt wurde es 2008 in der

Regie von Manuel Harder am Schauspiel Dortmund. Carsten Brandaus Hörspielbearbeitung von „Wir sind nicht das Ende“ wurde mit dem 1. Preis beim Kurzhörspielwettbewerb "heimspiel" 2008 von 1live (WDR), dem 1. Preis beim "Leipziger Hörspielsommer" (MDR) in der Kategorie "Bester Autor", sowie dem 2. Platz beim ARDWettbewerb "Premiere im Netz" 2007, ausgezeichnet.

 

Carsten Brandau wurde 1970 in Hamburg geboren. Er studierte in Trier, London und Heidelberg

Germanistik, Geschichte und Philosophie. Danach arbeitete er als Regieassistent an verschiedenen

Theatern und stellte dort erste eigene Regiearbeiten vor. Am Wiener Burgtheater wurde im Rahmen

des "Stückemarkts" 2001 "take-away" der Öffentlichkeit vorgestellt. 2003 kehrte er nach Hamburg

zurück, wo er seitdem als Autor für Theater und Hörspiel arbeitet.

 

Seine Texte wurden mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Dramatikerpreis

des Thalia Theaters Halle 2001, dem Kindertheaterpreis der Frankfurter Autorenstiftung 2005 und

dem Drama Köln Preis 2007. 2006 erreichte er mit einem seiner Hörspiele den 7. Platz beim "Prix

Europa".

 

CONTAINER und Theater Nestroyhof Hamakom präsentieren „Wir sind nicht das Ende“

10 Jahre nach den Ereignissen vom 11. September 2001 in überarbeiteter Form als

österreichische Erstaufführung.

 

Inszenierung: Manuel Harder

 

Mit: Birgit Unterweger und Günther Harder

 

Musik: Raphael Tschernuth

 

Spieltermine: 26.-28. September 2011, jeweils 20.00 Uhr

 

Theater Nestroyhof Hamakom

Kartenreservierung:

t: +43 1 8900314

e: ticket@hamakom.at

w: www.hamakom.at

Abendkassa: 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn

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