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Ödön von Horváth: GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD im Theater Ulm

08.05.2008

Premiere: 15.05.2008 um 20.00 Uhr, Großes Haus

Wo man singt, da lass dich nieder - sagt der Volksmund. In Horváths Wiener Wald wird viel gesungen und im Dreivierteltakt geschunkelt. Doch hier wird von einer gedankenlosen, gefährlichen Gemütlichkeit erzählt, einer, die sich in Doppelmoral und Kitsch einrichtet, um von den Alltagsbrutalitäten abzulenken.

Horváth demaskiert nicht eine Stadt oder ihre Bewohner, er demaskiert ein Bewusstsein.

Im Deutschland und im Österreich der Zwischenkriegszeit ist der Alltag vor allem von ökonomischer Misere, sozialem Elend, Arbeitslosigkeit und Sinnverlust geprägt. Es ist ein Gegeneinander-Miteinander (Alfred Polgar), das Menschen - beängstigend animalisch geworden - beißen lässt, um nicht selbst gebissen zu werden. Sie zerstören und stehen dann erstaunt vor der Zerstörung, die sie angerichtet haben.

ALFRED: Keiner darf, wie er will.

MARIANNE: Und keiner will, wie er darf.

ALFRED: Und keiner darf, wie er kann.

MARIANNE: Und keiner kann, wie er soll -

Inszenierung: Stephan Suschke

Bühne & Kostüme: Momme Röhrbein

Mit Annette Fassnacht, Christel Mayr, Johanna Paschinger, Sibylle Schleicher, Aglaja Stadelmann, Ulla Willick; Karl Heinz Glaser, Antonio Lallo, Gunther Nickles, Bernd Ripken (als Gast), Wilhelm Schlotterer, Christian Taubenheim, Raphael Westermeier

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