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NRW-Theatertreffen 2010 vom 3. bis 6. Juni im Düsseldorfer Schauspielhaus

Vom 3. bis 6. Juni hat das Publikum Gelegenheit, in einem kompakten Festival sieben herausragende Inszenierungen zu sehen, die in der vergangenen Spielzeit an Theatern in Nordrhein-Westfalen produziert wurden.

 

das Düsseldorfer Schauspielhaus ist Ausrichter des NRW-Theatertreffens 2010. Es hat eine fünfköpfige Auswahljury berufen. Die Juroren sichteten alle 30 von den Theatern vorgeschlagenen Inszenierungen in 16 Städten. Hauptaugenmerk wurde auf ästhetischen Wagemut und ungewöhnliche künstlerische Setzungen gelegt. Freuen Sie sich auf Theatererlebnisse in angenehmer Festivalatmosphäre und nutzen Sie die Gelegenheit für den Austausch mit Theatermachern.

 

Ein Festival-Pass zum Preis von 75,- Euro ermöglicht den Eintritt zu allen Veranstaltungen im Rahmen des NRW-Theatertreffens. Dieser sowie Einzelkarten zu allen Veranstaltungen sind an der Theaterkasse (Tel. 0211.36 99 11) erhältlich. Das Festival wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, das auch die Frage nach der Zukunft des Theaters stellt. Der Eintritt zu den Veranstaltungen des Rahmenprogramms ist frei.

 

Das Programm in der Übersicht:

 

Theater Bonn:

"Zwei Welten" von Ingrid Müller-Münch

Donnerstag, 03. Juni, 18.00 Uhr, Kleines Haus

 

Die Journalistin Ingrid Müller-Münch hat mit Jugendlichen, Politikern, Sozialarbeitern, Polizisten und anderen Interviews über die Situation im Bonner Stadtteil Bad Godesberg geführt. Daraus ist ein Theaterabend entstanden über die Probleme und Chancen, aus zwei Welten einen Stadtteil zu formen.

 

„’Zwei Welten’ ist ein hoch aktueller Theaterabend, der nachdenklich macht, aber auch in vielen Momenten die Zuschauer berührt. Das ‚Doku-Experiment’ ist gelungen. Vom Publikum gab’s viel Applaus für Ensemble, Autorin und Regie.“ WDR 5 Scala

 

Rheinisches Landestheater Neuss:

"Die Verwirrungen des Zöglings Törleß" von Robert Musil

Donnerstag, 03. Juni, 20.30 Uhr, Central

 

Zwei Täter, ein Opfer und ein Mitläufer: die brandaktuelle Bearbeitung des Romans von Robert Musil untersucht die Auswirkungen gruppendynamischer Zwänge und zerstörerischer Machtspiele.

 

„Henning Strübbe weiß den widersprüchlichen Charakter des Törleß wunderbar umzusetzen. Roman Koniecny ist als Basini die Ohnmacht in Person, formt grandios den chancenlosen Masochisten. Laut und temporeich mit großer schauspielerischer Intensität präsentiert sich dieser qualvolle Seelenstriptease, bei dem Törleß voyeuristisch allein die Frage bewegt, wie einem zumute ist, bis er schließlich am Blick in den Abgrund gereift ist.“ Westdeutsche Zeitung

 

Schauspiel Essen:

"Peer Gynt" von Henrik Ibsen

Freitag, 04. Juni, 20.00 Uhr, Großes Haus

 

Peer Gynt, das ist die Geschichte von einem, der auszieht, um sich selbst zu finden. Roger Vontobel inszeniert Ibsens Ich-Reise als einen Parforceritt durch den Kopf eines Menschen, der in seiner Fantasie ein Leben lang alles Fremde durchspielen muss, bevor er sich selbst wirklich nah kommen kann.

 

„Mit nur acht Darstellern kommt die Aufführung im Grillo-Theater aus, lässt viel weg und trifft doch den Kern des Stücks, bitter und berührend. So macht der junge Regisseur Roger Vontobel Ibsens ‚dramatisches Gedicht’ auf große Weise klein: mit Guggenmusik und Edvard Grieg. Armes Theater, reich an Möglichkeiten: unkonventionell, erfinderisch, körperintensiv, überraschend und unbedingt von heute. Kulturhauptstädtisch.“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

 

Theater Oberhausen:

"Beute" von Joe Orton

Samstag, 05. Juni, 19.30 Uhr, Kleines Haus

 

Joe Ortons schwarzhumorige Farce in einer neuen Übersetzung von René Pollesch und in der Inszenierung von Herbert Fritsch zeichnet sich durch virtuose Wortgefechte, atemberaubendes Tempo und haarsträubende Komik aus. Doch hinter dem makaber-zynischen Totentanz ist eine existentielle Verzweiflung spürbar.

 

„’Beute’ ist eine ausschweifende Leichenfledderei, deren Ver- und Entwicklungen man dann doch mit leis’ wachsender Ungeduld beiwohnt. Sie bieten indes die ideale Vorlage für Fritsch, um Moral, Realität und Gesetze der Ökonomie über den Haufen zu werfen. Fritschs eigene Gelenkigkeit, Geschwindigkeit und Gerissenheit für Nonsense und Possen überträgt sich auf ein Ensemble, das sich zu springfedernden Vätern, Söhnen und Töchtern der Klamotte aufschwingt.“ K.WEST

 

Schlosstheater Moers:

"Perikızı" von Emine Sevgi Özdamar

Sonntag, 06. Juni, 15.00 Uhr, Großes Haus

 

"Perikızı", entstanden für das Projekt "Odyssee Europa" im Rahmen der Kulturhauptstadt 2010, ist als eine Art Umkehrung der Homer-Odyssee zu begreifen. Mit Homers Erzählung geht in Özdamars Stück , das selbst märchenhaft und voller Fabelwesen ist, ein Prozess der Selbsterkenntnis einher, dessen Fluchtpunkt nicht Europa ist, sondern jene für uns fremde Heimat, die hinter Europas Grenzen liegt.

 

„Ulrich Greb inszeniert in der Moerses Theaterhalle bilderpralles, vitales Raumtheater: Schauspieler in Tiermasken, Riesen mit Bierkästen unter den Füßen, ethnische Musik und krasse Bilder. Die kämpferische Perikızı (herausragend: Katja Stockhausen) wird geschändet und getötet, liegt nackt zwischen den Zuschauern auf dem Hallenboden. Dann folgen wir ihr in den Hades, zu einer türkischen Hochzeit. Die Familie und all die Toten, die ihr gefolgt sind, halten sie wieder in den Klauen.“ Die Welt

 

Theater Dortmund:

"Aufzeichnungen aus einer Doppelhaushälfte" von Anna Behringer

Sonntag, 06. Juni, 18.00 Uhr, Kleines Haus

 

Eine Collage von Gesprächen aus dem deutschen Alltag. Anna Behringer wirft Schlaglichter in Privathaushalte, zeigt Menschen im Kampf gegen Banalitäten des Alltäglichen. Die Protagonisten sind gefangen in ihren Problemen und Verantwortlichkeiten und gleichzeitig gemeinsam einsam.

 

„Drei Herren – Günther K. Harder, Christian Higer und Jakob Schneider – in festlichen dunklen Anzügen und zwei Damen – Juliane Gruner, brünett und im grünen, Chris Pichler, blond und im roten Abendkleid – teilen sich die vier namenlosen Rollen und liefern sich komische Luftkissenschlachten: Die Konflikte werden, indem sie abheben, genauer fassbar. Die schnelle Prägnanz und schlanke Präsenz von Thirza Brunckens Regie bringen die Schauspieler in eine Höchstform.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Theater Bielefeld:

"Clavigo" von Johann Wolfgang von Goethe

Sonntag, 06. Juni, 20.30 Uhr, Central

 

Clavigo liebt Marie. Aber zugleich liebt der Dichter und Archivarius des Königs die Poesie, den Ruhm und die Anerkennung. Wer kennt ihn nicht, diesen Widerspruch zwischen Liebe bzw. Familienglück und Karriere? Das Wissen um diese beiden wesensbestimmenden Sehnsüchte wird von einem allesbestimmenden Zweifel begleitet. Wird man je eine der beiden Sehnsüchte stillen können? Schließen die beiden einander aus? Wonach sollen wir streben?

 

„Der junge Johann Wolfgang Goethe hat aus ‚Clavigo’ ein Trauerspiel gemacht, Regisseur Dariusch Yazdkhasti zeigt die Ausweglosigkeit der Lage der Protagonisten auf einer ‚Bühne auf der Bühne’, von der es kein Entkommen zu geben scheint. ‚Clavigo’ hatte im Theater am Alten Markt Premiere; die Darsteller, besonders Alexander Swoboda in der Titelrolle, wurden vom Publikum gefeiert.“ Westfalen-Blatt

 

Schauspiel Köln:

"Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen" von Ettore Scola und Ruggero Maccari

Die ausgewählte Inszenierung kann im Rahmen des NRW-Theatertreffens 2010 nicht gezeigt werden. Wiederaufnahme der Produktion in Köln in der Spielzeit 2010/11. Nähere Informationen unter "Schauspiel Köln"

 

Rahmenprogramm:

 

AUFTRITT NRW - Theater in und für Nordrhein-Westfalen

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, 03. Juni, 16.00 Uhr, Theatermuseum

Die Ausstellung des Theatermuseums Düsseldorf vom 03. Juni bis 31. Juli bringt die Theater Nordrhein-Westfalens in Bilddokumenten an einem Ort zusammen und mahnt die Pflege und Erhaltung dieser einzigartigen Theaterlandschaft an.

 

IN DER MITTE EIN LOCH - Podiumsdiskussion

Freitag, 04. Juni, 18.00-19.30 Uhr, Theatermuseum

Befinden sich die Theater noch in der Mitte von Stadt und Gesellschaft oder ist dies eine Illusion, von der wir uns verabschieden müssen? Was bedeutet die drohende Schließung von Theatern für das urbane Leben? Eine Debatte über die Zukunft unserer Städte mit Dr. Christian Esch (Direktor NRW KULTURsekretariat), Dr. Norbert Gestring (Stadtsoziologe) und Michael Schmitz-Aufterbeck, Intendant des Theater Aachen.

 

KOMPLETT NRW IM PARK - Eine theatralische Expedition der NRW-Theater

Samstag, 05. Juni, 15.00-17.00 Uhr, Treffpunkt: Kassenhalle des Schauspielhauses

Unter dem Thema "Vom Überfluss" laden die NRW-Theater zu einer Expedition rund um das Schauspielhaus mit kurzen Szenen, literarischen und musikalischen Aktionen.

 

ACHTUNG: WIRKLICHKEIT! - Der Einbruch des realen in das zeitgenössische Theater

Samstag, 05. Juni, 17.30-19.00 Uhr, Theatermuseum

Zunehmend erobern dokumentarische Formen das Theater. Hat das klassische Drama ausgedient? Mit: Herbert Fritsch (Regisseur und Schauspieler), Ulrich Greb (Regisseur und Intendant Schlosstheater Moers), Hans-Werner Kroesinger (Autor und Regisseur), Ingrid Müller-Münch (Autorin), Rita Thiele (Chefdramaturgin und Stellvertretende Intendantin des Schauspiels Köln)

 

NRW-Intendanten-Chor

Samstag, 05. Juni, 19.00 Uhr, Foyer Großes Haus

Eine chorische Darbietung der Resolution zur Situation der Theater in NRW, mit Intendanten und Schauspielern der nordrhein-westfälischen Theater, einstudiert von Volker Lösch.

 

AUSZEICHNUNGEN

Preisverleihung: Sonntag, 06. Juni, ca. 22.00 Uhr, Central

Im Rahmen des NRW-Theatertreffens werden drei Preise vergeben. Ausgezeichnet werden: beste Inszenierung, beste Nachwuchsdarstellerin und bester Nachwuchsdarsteller.

 

PUBLIKUMSGESPRÄCHE

Im Anschluss an jede Vorstellung gibt es im Festivalzentrum die Möglichkeit, mit den Theatermachern ins Gespräch zu kommen.

 

 

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