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MÉDÉE von Luigi Cherubini - Theater Bielefeld

PREMIERE 04.05.2014 // 19:30 Uhr // Stadttheater. -----

Ihr Name steht für das grauenvollste Verbrechen schlechthin: Médée, die Mörderin ihrer eigenen Kinder. Doch hinter dieser furchteinflößenden Figur verbirgt sich eine fühlende Frau, deren Liebe so grenzenlos ist, dass sie für ihren Mann alles geopfert und selbst ihre Heimat verlassen hat, um ihm zu folgen.

Von ihm verlassen, mit einer Jüngeren betrogen, rasend vor Eifersucht und in ihrer Weiblichkeit tief verletzt, lebt sie als Ausgestoßene am Rande einer ihr fremden Gesellschaft – doch den Treulosen liebt sie noch immer.

Cherubinis Oper folgt nicht allein Médée durch alle nur möglichen Nuancen weiblichen Empfindens, sondern führt uns mit ihr an die Grenzen eines gesellschaftlichen Denkens, in dem für Individualismus kein Platz ist. Größen wie Legitimität, Gerechtigkeit und vernunftgesteuertes Handeln werden hier relativiert durch die Unberechenbarkeit der Emotionen, die das wahre Menschsein ausmachen. Die Balance zwischen effektvoller französischer Nummernoper und einfühlsamen Psychodrama wird in der im Stadttheater gespielten Urfassung zusätzlich durch die Dialoge verstärkt, deren Direktheit das Schicksal der handelnden Personen noch näher bringt.

Tragédie lyrique in drei Akten // Libretto von François-Benoît Hoffmann nach den gleichnamigen Tragödien von Euripides und Pierre Corneille // Rekonstruktion der französischen Urfassung von Heiko Cullmann // In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung Elisa Gogou

Inszenierung Florian Lutz

Bühne und Kostüme Christoph Ernst

Video Konrad Kästner

Choreinstudierung Hagen Enke

Dramaturgie Fedora Wesseler

Mit Evgueniy Alexiev // Nohad Becker // Annemarie Kremer // Sarah Kuffner // Christiane Linke // Paul O’Neill // Sünne Peters //

Bielefelder Opernchor // Bielefelder Philharmoniker

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