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Ludwig Fels: SOLIMAN, Mainfranken Theater Würzburg

Premiere: 11. Juni 2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus. -----

Der Afrikaner Angelo Soliman kommt in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an den Wiener Kaiserhof und erlangt dort hohe Ämter. Bis er die auch von anderen Honoratioren des Hofes umworbene Witwe Magdalena heiratet.

Die prinzipiell fremdenverachtende Haltung der Gesellschaft wird in der Ablehnung dieser Beziehung deutlich, die gleichermaßen argwöhnisch wie neidisch betrachtet wird. Sexismus und Rassismus verbinden sich auf unheilvolle Weise gegen Magdalena und Angelo. Allein in dem ebenfalls aus Afrika stammenden Zoowärter Leo hat Angelo einen Vertrauten, doch die Situation wird immer bedrohlicher, je mehr Potentaten ihn aus dem Weg haben wollen.

In einer spartenübergreifenden Form bringt die in Würzburg geborene Regisseurin Eva Maria Höckmayr den Stoff um den Afrikaner Soliman, der nach seinem Tod im Naturalienkabinett des Kaisers ausgestellt wurde, auf die Bühne: Schauspieler, Sänger und Musiker agieren gleichermaßen szenisch auf der Bühne. Vor allem der Musik kommt dabei eine tragende Rolle zu.

Das Concerto Würzburg schafft mit einem Requiem des im 18. Jahrhundert in Miltenberg geborenen Komponisten Joseph Martin Kraus die Verbindung zur Mozartzeit, der Lebenszeit Angelo Solimans. Durch Arrangements von Barbara Rucha, auch von Werken Mozarts selbst, wird Elemente Neuer Musik die Verbindung zur Gegenwart geschaffen und eine Mbira bringt eine weitere, afrikanische, Klangfarbe in die Produktion. Das Stück stellt zwar eine historische Figur ins Zentrum der Handlung, die Produktion geht aber der Frage nach, wo die Mechanismen von Ausgrenzung und Diskriminierung grundsätzlich – auch heute – liegen. Überlebensgroße Masken funktionieren wie eine Vergrößerung oder eine Karikatur von menschlichen Eigenschaften. Dabei wechseln die Schauspieler die Rollen ebenso wie die Masken. Jeder spielt jede Figur, jede Person ist lediglich eine Konstruktion ihrer Umwelt.

Inszenierung Eva-Maria Höckmayr

Bühne und Kostüme Angela Löwen

Musikalische Leitung Barbara Rucha

Dramaturgie Kai Tuchmann

Licht Walter Wiedmaier

Mit Edith Abels, Klaus Müller-Beck, Robin Bohn, Christina Theresa Motsch, Philipp Reinheimer, Christian Taubenheim, Issaka Zoungrana

Gesangsquartette

Quartett A: Maria Bernius* / Mirjam Striegel* Maximilian Argmann* / Felix Rathgeber* Quartett B: Anna Feith* / Franziska Rapke* Julian Freibott* / Simon Tischler* *)

Studierende der HfM Würzburg

Bühnenmusik

Concerto Würzburg a. G.

Flöte: Mathias von Brenndorf / Verona Fischer Oboe: Ramona Heidecker 1.Violine: Franz Peter Fischer 2.Violine: Sara Birringer / Gonzalo Beltran Viola: Ulrike Kruttschnitt / Makoto Sudo Violoncello: Dmitri Dichtiar / Ivan Turkalj Kontrabass: Igor Gellrich / Edi Memeli

Orgelpositiv Ulrich Pakusch / Frank Sodemann

Mbira Virginia Mukwesha a. G.

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