»Er war allein, ganz allein. Alles finster, nichts, er war sich selbst ein Traum« – ohnmächtig verloren in der Welt zieht Lenz durch die Berge. Im Haus des Pfarrers Oberlin erfährt er Zuflucht, Sinn und Ruhe, doch seine Seele hat einen »ungeheuren Riss«, durch den nichts als Leere in ihn strömt. Zwischen Depression und Überschwang, zwischen analytischer Schärfe und Delirium taumelnd, scheint ihm die Wirklichkeit zusehends zu entschwinden.
In einer von religiösen Normen geprägten Zeit, in der es noch keine Begriffe für seine Krankheit gibt, eckt Lenz an. Er gehört zu jener Kategorie Mensch, die noch in Gesellschaft isoliert ist. In seinem einzigen, 1839 posthum veröffentlichten Prosatext verarbeitet Georg Büchner historisch präzise den Fall des SturmundDrangDichters und politischen Autors Jakob Michael Reinhold Lenz. Jonas Friedrich Leonhardi bringt die eigenwillige Logik eines Erkrankten mal komisch, mal nachdenklich, spielerisch und musikalisch zur Darstellung.