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Kunst und Wissenschaft – Jenseits der Moral? Frankfurter Dialoge

01.03.2006
Kategorien: Deutschland, News

5. März 2006 / 15.00 Uhr / Glas Haus (Großes Haus),

schauspielfrankfurt

In der Auftaktveranstaltung der Frankfurter Dialoge im Februar 2006 wurde über das Verhältnis von Philosophen zur Moral diskutiert. Die Folgeveranstaltung am 5. März beschäftigt sich mit Fragen der Moral von Kunst und Wissenschaft und stellt diese zur Diskussion: Inwiefern sind Kunst und Wissenschaft der Objektivität und der Authentizität verpflichtet? Kann man heute noch von einer künstlerischen Moral sprechen? Wie werden wissenschaftliche und künstlerische Moralbegriffe mit alltäglichen verbunden?

Mit: Lorraine Daston (Historikerin, Direktorin am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin) und Adrienne Goehler (Kuratorin des Hauptstadtkulturfonds, Berlin)

Kuratorin und Moderation: Susan Neiman Direktorin des Einstein Forum, Potsdam). Eintritt € 8,-

Zum fünften Mal veranstaltet schauspielfrankfurt die Frankfurter Dialoge – in dieser Spielzeit unter dem Titel ›Schimpfwort Moral‹. In lockerer Folge werden innerhalb dieser philosophisch eingestimmten Salons aktuelle Herausforderungen der Kultur und deren ästhetischer Artikulation debattiert.

Applaudiert wird zur Zeit in Europa fast jedem, der das Wort ›Moral‹ als Schimpfwort benutzt. Mag sein, daß das Schimpfen einst auf Gründen beruhte. Doch geblieben ist weder ein Weiterdenken solcher Positionen noch selbst deren Begründung, sondern lediglich ein Hauch der Verachtung. Gleichzeitig zeigen Soziologen, daß immer mehr und immer feinere moralische Grenzen gezogen werden: Auch wenn Wörter wie Gut und Böse verpönt sind, wird Gruppenzugehörigkeit oft von detaillierten Fragen über Integrität, Arbeitsethik und Authentizität bestimmt. Gerade die aktuelle Diskussion zum Kunstraum Theater hat auf der einen Seite beliebige, geradezu hilflose Hinweise auf moralische Kategorien hervorgerufen, auf der anderen Seite konnte man das Ringen um Begriffe wie Respekt und Achtung erkennen.

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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