CocoonDance suchen in dieser experimentellen Arbeit, die von der Kulturstiftung des Bundes gefördert wird, nach tänzerisch-spielerischen Ausdrucksformen in einer Zeit, die den Körper scheinbar im Digitalraum auflöst. Nach ihrem gefeierten Gastauftritt mit Vis Motrix in der vergangenen Spielzeit haben sich Tänzer der CocoonDance Company gemeinsam mit Schauspielern des Darmstädter Ensembles auf eine interdisziplinäre Reise begeben.
Hat CocoonDance bislang immer das Gesicht in ihren Stücken verhüllt, rückt es in Körpertreffer durch die Zusammenarbeit mit dem Schauspielensemble ins Scheinwerferlicht: Was, wenn das Gesicht spätestens in Zeiten virtueller Realität und „Fake News“ nicht mehr die tragende Rolle menschlicher Identität und Authentizität spielt?
Im Wechselspiel unterschiedlicher Medien, Körper, Sprache und digitaler Mittel entsteht ein „Kosmos aus Gesichtern“, der für Künstler*innen wie Publikum gleichermaßen in posthumanen Visionen gipfelt.Bleibt nur noch das Lächeln der Grinsekatze während die Menschen im 000101001 verschwinden?
CocoonDance Company
Die Choreografin und Mitgründerin der Bonner Company, Rafaële Giovanola wirkte von Beginn an der legendären Ära des weltbekannten Choreografen William Forsythe und damit des Frankfurter Balletts als Tänzerin
mit. Schon seit Längerem setzt sich CocoonDance künstlerisch mit posthumaner Wahrnehmung auseinander. Mit dem Stück „Momentum“ sind sie bereits international auf Erfolgskurs.
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes
Von und mit
Alvaro Esteban
Hans-Christian Hegewald
Robert Lang
Werner Nigg
Susanne Schneider
Stefan Schuster
Mathias Znidarec
Choreografie
Rafaële Giovanola
Text
Lothar Kittstein
Bühne
Boris Kahnert
Kostüm
Florence Klotz
Video
Benjamin Weber
Musik
Jörg Ritzenhoff
Dramaturgie
Rainald Endraß
Maximilian Löwenstein
"Körpertreffer" - Eine Produktion der CocoonDance Company und des Schauspiels des Staatstheaters Darmstadt
Premiere am 07. September 2019, 20 Uhr | Kammerspiele in Darmstadt
Im Projekt „Körpertreffer“ begegnen sich Schauspieler des Staatstheaters Darmstadt, Tänzer*innen der CocoonDance Company, Internetkünstler*innen und ein Autor in einer interdisziplinären Zusammenarbeit. Was, wenn man Körper als reine Medien begreift und ihre Codes in andere künstlerische Sprachen und Medien überführt? Was, wenn die Effekte der digitalen Bildaufzeichnung mit ihrem Ewigkeitsversprechen, die unsere Bilder- und Körperwahrnehmung in Frage stellen, alte Unterscheidungen sinnlos werden lassen?

