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"Kasimir und Karoline" von Ödön von Horváth - Schaubühne am Lehniner Platz Berlin

31.10.2014

Premiere am 6.11.2014 um 20 Uhr. -----

Wirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Konjunktur am Boden und man amüsiert sich bis zum Umfallen. Zwischen Achterbahn- und Pferdekarussellfahrten, Riesenrutschen, Freakshows, Eisständen und literweise ausgeschenktem Bier dreht ein Zeppelin seine Runden, gleichermaßen bestaunt von hohen Herren, biederen Angestellten, Arbeitern und Kleinkriminellen.

Nur Kasimir, ein gerade »abgebauter« Kraftwagenfahrer, will sich nicht in die allgemeine Fröhlichkeit einreihen. Seine Verlobte Karoline, die noch Arbeit hat, beteuert zwar ihre Liebe, doch Kasimir ist überzeugt: »Ein jeder intelligente Mensch ist ein Pessimist.« Die Wege der beiden trennen sich und Karoline trifft auf den Zuschneider Schürzinger, der ihr prophezeit: Wenn ein Mann arbeitslos wird, »lässt die Liebe nach, und zwar automatisch«. Er wird Recht behalten.

»Und die Liebe höret nimmer auf« untertitelt Ödön von Horváth sein 1932 veröffentlichtes Volksstück – und lässt Kasimir hinzufügen: »Ja, solange du nicht arbeitslos bist.« In kurzen Szenen beschreibt Horváth die Isolation und die schleichende Zersetzung aller sozialen Beziehungen eines Menschen, der plötzlich überflüssig ist. In all ihrer gnadenlosen Brutalität, Niedertracht und banalen Normalität zeichnet er das Bild einer Welt, in der jedes Gefühl von Kalkül und Ökonomie bestimmt ist, in der die Sehnsüchte und Träume der Menschen bis in den letzten Winkel vom Konsum geformt sind. Welche Chance hat die Liebe in solch einer Welt?

Regie Jan Philipp Gloger

Raum Jan Philipp Gloger

Kostüme Karin Jud

Video Clemens Walter

Musik Kostia Rapoport

Mitarbeit Bühne Céline Demars

Dramaturgie Florian Borchmeyer, Nils Haarmann

Kasimir Moritz Gottwald

Karoline Jenny König

Rauch Robert Beyer

Speer Ulrich Hoppe

Schürzinger David Ruland

Der Merkl Franz Sebastian Schwarz

Dem Merkl Franz seine Erna Iris Becher

Weitere Vorstellungen am 21. und 24.11. um 20 Uhr und am 22. und 23.11. um 20.30 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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