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HENRIK IBSENS „PEER GYNT“ AM RESIDENZTHEATER MÜNCHEN HENRIK IBSENS „PEER GYNT“ AM RESIDENZTHEATER MÜNCHEN HENRIK IBSENS „PEER...

HENRIK IBSENS „PEER GYNT“ AM RESIDENZTHEATER MÜNCHEN

Premiere 14. November 2014, 19.30 Uhr, Residenztheater. -----

Die Wirklichkeit ist nicht für Peer. Dem Sohn einer verarmten Witwe scheinen alle Möglichkeiten versperrt, in dieser Wirklichkeit „dazu zu gehören“. Er fabuliert sich seine eigenen Realitäten

als tollkühner Jäger, Kaiser und Wolkenreiter.

Von einem Hochzeitsfest, zu dem er nicht geladen ist, entführt er die Braut ins Gebirge. Als er die in den Augen des Dorfes Entehrte verstößt, wird er endgültig geächtet. Aber auch das Leben in den Bergen, außerhalb der Gesellschaft, will nicht gelingen, nicht einmal gemeinsam mit Solveig, die bereit ist, alle sozialen Bindungen für ihn zu kappen.

 

Die Suche nach einem Ort, an dem sich bleiben ließe, an dem Peer Peer sein könnte, treibt ihn um die halbe Welt, lässt ihn Reeder, Sklavenhändler, Prophet und Forscher werden, bevor er sich gegen Ende seines Lebens wieder auf den Weg in die verlorene Heimat macht. Die Lebensbilanz, die hier für ihn gezogen wird, kann ihn nicht zufrieden stellen.

 

Die Beweglichkeit und Flexibilität, die ihn zum erfolgreichen Frühkapitalisten einerseits und andererseits fast wahnsinnig werden ließen, haben ihn gehindert, die eine, ihm gemäße Möglichkeit in seinem Leben voll auszuschöpfen und ganz er selbst zu werden. Aber was soll das sein, das Selbst: ein Lebensplan, ein Satz unumstößlicher Überzeugungen, ein Ort, eine Liebe?

 

Im Programm dieser Spielzeit am Residenztheater bildet die Auseinandersetzung mit den großen

Wirklichkeitsflüchtigen der Literatur einen Schwerpunkt. Mit Peer Gynt, Madame Bovary, Baal, den drei Schwestern oder Torquato Tasso begegnen uns Menschen, die der Gegenwart eine eigene, erfunde, erlogene, erdichtete Wirklichkeit entgegensetzen. Sie führen mal leisere, mal lautere Kämpfe gegen das Realitätsprinzip, gegen seine Regeln von Ökonomie, Nüchternheit und Anstand. Keine Mechaniker also, die an der Wirklichkeit herumreparieren, Meinungen reproduzieren, auf Standpunkte stolz sind, sondern Überflüssige, Auswanderer, Dichter, Hirnwütige.

 

Regie führt David Bösch, der vergangene Spielzeit bereits „Orest“ am Residenztheater inszenierte.

 

Shenja Lacher (Peer Gynt),

Sibylle Canonica (Aase, seine Mutter),

Michele Cuciuffo (Aslak, ein Schmied; Begriffenfeldt, Direktor des Irrenhauses zu Kairo; eine magere Person),

Andrea Wenzl (Solveig),

Götz Schulte (der Bauer auf Haegstadt; Trollkönig; Huhu, ein Sprachverbesserer),

Friederike Ott (Ingrid, seine Tochter; eine Grüngekleidete; Anitra),

Philip Dechamps (Mads Moen; Trollkönigs Weib; Hussein, ein Orientalischer Minister),

Arnulf Schumacher (ein Knopfgiesser)

 

Regie David Bösch

Bühne Falko Herold

Kostüme Meentje Nielsen

Musik Bernhard Moshammer

Licht Tobias Löffler

Dramaturgie Sebastian Huber

 

Nächste Vorstellungen: 18. und 22. November sowie 12., 16. und 25. Dezember 2014

 

Karten für alle Vorstellungen gibt es an den Kassen der Staatstheater, online unter

www.residenztheater.de sowie unter 089 2185 1940.

 

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