Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Goethe goes Social Media: FOREVER YOURS oder Die Leiden des jungen Werther – Theater Strahl Berlin Goethe goes Social Media: FOREVER YOURS oder Die Leiden des jungen Werther –... Goethe goes Social...

Goethe goes Social Media: FOREVER YOURS oder Die Leiden des jungen Werther – Theater Strahl Berlin

Premiere 22.09.2020 um 19:30 Uhr

Werther liebt Lotte. Lotte liebt ihren Werther irgendwie auch, nur halt nicht so… schließlich gibt es da noch Albert, mit dem Lotte eigentlich zusammen ist. Aber Werther weiß, was er will. Werther bleibt nächtelang wach, um keine Nachricht von Lotte zu verpassen. Werther schaut lieber auf sein Telefon als auf die Matheklausur. Werther kleckert beim Essen, weil er den Blick nicht von Lotte wenden kann. Von Lottes Bildern, Lottes Story, Lottes Körper, Lottes Nachrichten, Lottes Freunden, Lottes Standort, Lotte, Lotte, Lotte. Lotte überall. Wie soll Werther da wegschauen? – Lotte, ich bin dein! Forever yours!

 

 

Copyright: Jörg Metzner

Autorin Hannah Schopf und Regisseurin Inda Buschmann verleihen dem Klassiker eine moderne Perspektive und erforschen die Grenzen zwischen Nähe und Distanz Als Vorlage dient Goethes bekannter Briefroman. Die Handlung wird in heutige Zeit übertragen: Werther kommt in eine neue Schule und lernt über die gemeinsame Freundin Wilhelmine „seine” Lotte kennen.

Die Regisseurin Inda Buschmann inszeniert  den Text von Hannah Schopf – eine spannungsgeladene Mischung aus Goethes Text und zeitgenössischer Sprache. Dem zeitlosen Thema einer unerwiderten Liebe gewidmet und in unsere Gegenwart von Facebook und Instagram versetzt, wirft das Stück verschiedene Fragen auf: Was passiert, wenn romantische Gefühle nicht erwidert werden? Heißt ‘Nein’ wirklich ‘Nein’? Wann wird jemand zu einem/einer Stalker*in? Und welche Rolle spielen die Sozialen Medien dabei?

Die Protagonist*innen von Forever Yours nehmen die Theaterbesucher*innen auf eine emotionale Reise mit, auf der sie sich fragen müssen, wann Faszination und Begierde übergriffig werden.

Die Produktion ist eine Kooperation mit der berliner Initiative Stop-Stalking e.V.. Die Angebote des Vereins richten sichsowohl an Stalkende als auch Gestalkte. Stop-Stalking und und Theater Strahl entwickeln begleitende theaterpädagogische Angebote sowie Workshops für Jugendliche rund um das Thema Stalking.

Inda Buschmann wurde 1986 in Braunschweig geboren. Nach dem Abitur arbeitete sie als freie Regieassistentin und war drei Jahre am Theater Freiburg im Breisgau engagiert. Es folgte ein Studium der Regie an der Zürcher Hochschule der Künste, das sie 2012 erfolgreich mit „bedbound“ von Enda Walsh abschloss. Sie inszenierte u.a. am Theater Freiburg, am Theater Erlangen, dem Jungen Theater Heidelberg, am Theater Münster, dem Landestheater Detmold sowie am Theater Strahl Berlin. Zu ihren Arbeiten zählen u.a. „Brief einer Unbekannten“ von Stefan Zweig, „Peter und der Wolf“ nach Prokofjew, „Eine Woche voller Samstage“ von Paul Maar, „Der Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler und „Rico, Oskar und die Tieferschatten“ von Andreas Steinhöfel. Neben Theater- und Romantexten konzipierte und inszenierte sie auch Stückentwicklungen wie "Kauf mich", ein Abend über das Glücksversprechen des Konsums oder "Von einem der auszog, die Revolution zu lernen" eine politische Auseinandersetzung über Burkina Fasos ehemaligen Präsidenten Thomas Sankara. In Inszenierungen, Workshops und Jugendclubs arbeitet sie auch mit Laiendarstellern.
2017 wurde Sie zum International Director`s Seminar des ASSITEJ Verbandes am Theater Wrede+ eingeladen. 2019 war sie Teil der Auswahljury für das WILDWECHSEL Festival in Parchim. Sie lebt als freie Regisseurin in Berlin.

Hannah Schopf (*1989 in München) ging nach ihrem Studium der Dipl.-Dramaturgie an der Theaterakademie August Everding als Dramaturgie-Assistentin an die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, wo sie mit Thomas Martin und Frank Raddatz DAS HAUS (Volksbühne, 2014) und REPUBLIK CASTORF (Alexander Verlag, 2016) veröffentlichte. Seit 2015 arbeitet sie als freie Dramaturgin und Autorin (u.a. Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz, Heimathafen Neukölln, Theater Strahl). Als Drehbuchautorin veröffentlichte sie die Kinofilme TIGER GIRL (Berlinale 2017), SO WAS VON DA (Münchner Filmfest 2018) und SAN REMO (Filmfest Bremen 2019) und erhielt Förderungen vom Bundeskulturministerium und der Drehbuchwerkstatt München. Anfang 2020 zeigte sie mit LA DEUTSCHE VITA am Heimathafen Neukölln ihr Regiedebüt.

Regie: Inda Buschmann
Text & Dramaturgie: Hannah Schopf
Musik: Sebastian Flaig
Bühne: Michael Ottopal
Kostüm: Stephanie Dorn

Werther: Amos Detscher
Lotte: Olivia Stutz
Wilhelmine: Natascha Manthe
Albert: Justus Verdenhalven

Alle Vorstellungen finden in Theater Strahl. Die Weiße Rose (Martin-Luther-Str. 77, 10825 Berlin) statt.

Termine:
22.09., 19.30 Uhr - Premiere
24.09., 11 Uhr
24.09., 18 Uhr
25.09., 10 Uhr

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 20 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

VON HUNDEN INSPIRIERT -- 4. Kammerkonzert des Staatsorchesters "Verzauberung" im Mozartsaal der Liederhalle STUTTGART

Unter dem vielsagenden Motto "Verzauberung" stand das 4. Kammerkonzert des Staatsorchesters Stuttgart im Mozartsaal. Zunächst musizierten Veronika Unger (Violine), Lilian Scheliga (Violine), Daniel…

Von: ALEXANDER WALTHER

REISE DURCH FANTASIEWELTEN - Mozarts "Zauberflöte" in der Staatsoper Stuttgart

Barrie Koskys Inszenierung von Mozarts "Zauberflöte" ist eine vielschichtige Reise durch Fantasiewelten. Die Königin der Nacht beauftragt den jungen Prinzen Tamino, ihre Tochter Pamina aus den Händen…

Von: ALEXANDER WALTHER

RHYTHMUS DER ZEIT - "Nixon in China" von John Adams in der Staatsoper Stuttgart

Regisseur Marco Storman inszeniert diese Minimal-Music-Oper als Revue über die Macht der Bilder, wobei sich die gesellschaftlichen Systeme in raffinierter Weise überlagern (Bühne: Frauke Löffel;…

Von: ALEXANDER WALTHER

MITTEN IM KLANG -- 4. Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Stuttgart

Der Titel "...quasi una fantasia..." für Klavier und Instrumentalgruppen des ungarischen Komponisten György Kurtag aus den Jahren 1987/88 verweist direkt auf die Klaviersonaten op. 27 von Ludwig van…

Von: ALEXANDER WALTHER

VERÄNDERUNG DES HÖRENS - Musik am 13. in der Stadtkirche Bad-Cannstatt mit Werken von Helmut Lachenmann

"Klavier pur" - Musik von Helmut Lachenmann in der Stadtkirche am 13.2.2024/BAD CANNSTATT. -- Er gilt als der größte lebende deutsche Komponist. Der 1935 in Stuttgart geborene Helmut Lachenmann hat…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑