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"Fremd bin ich eingezogen" - Eine musikalische Wanderung durch Schuberts „Winterreise“ und Büchners „Lenz“ im Theater Konstanz

16.10.2015

PREMIERE 23. OKTOBER 2015 - 20 UHR, STADTTHEATER. -----

„…fremd zieh‘ ich wieder aus.“ Schuberts Wanderer aus der Winterreise zieht hinaus und singt davon. Es ist aber nicht die Reise, an deren Ende die Heimkehr steht, es ist vielmehr das Hinaus ohne Wiederkehr.

Unterwegs trifft er einen anderen: Büchners Lenz, den scheinbar Wahnsinnigen. Lenz – die vielleicht radikalste Figur Büchners, des erklärten Feindes des Bürgertums - der singende Wanderer in der einsamen eisigen Welt: Fremd sind sie beide: sich, uns, einander. Mit Schuberts weltberühmten Liedern suchen und irren sie durchs Gebirge, durch die Menschen, durchs eigene Ich.

Wenn die Zeit gefriert, die Regeln der Dimensionen wie Zeit und Raum ihre Gültigkeit verlieren Drei Fremde, drei Wanderer und doch kein einfaches „Wir“, keine Schicksalsgemeinschaft - sie sind sich selbst und den anderen fremd, rastlos, getrieben und einsam. Die Inszenierung stellt mit dem Topos der rastlosen Reise auch einen Bezug zur aktuellen Flüchtlingsthematik her: die Heimat verlassen und alles zurücklassen – auf der Flucht, in existentieller Not, ohne Ankommen, mit ständig entgegengebrachter Ablehnung, Scheitern und erneuten Versuchen.

REGIE Katrin Hilbe

AUSSTATTUNG Verena Neumann

MUSIKALISCHE EIRICHTUNG Andreas Kohl, Sophie Nawara

DRAMATURGIE Antonia Beermann

MIT Sophie Nawara Wolfgang Erkwoh; Vincent Heppner, Andreas Kohl

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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