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"Ein Bericht für eine Akademie" von Franz Kafka - Theater Krefeld und Mönchengladbach

Premiere: 25. Mai, 19.30 Uhr, Theater hintenlinks, Ritterstraße 187, Krefeld. -----

Der ehemalige Affe Rotpeter kann der Aufforderung der Akademie nicht nachkommen, über sein „äffisches Vorleben“ zu berichten. Das Affentum liegt ihm so fern wie seinen menschlichen Zuhörern.

Erst nach der Gefangennahme setzt die Erinnerung wieder ein, als er, von zwei Schüssen getroffen, in

einem engen Käfig erwacht, „zu niedrig zum Aufrechtstehen und zu schmal zum Niedersitzen“, die

Gitterstäbe ins Fleisch schneidend. Einzig möglicher Ausweg: Er hört auf, Affe zu sein. Die ihn umgebenden Menschen werden seine Lehrer, und eifrig ahmt Rotpeter sie nach, lernt den Handschlag geben und das Ausspucken, dann das Schnapstrinken und Sprechen, schafft es schließlich aus dem Käfig, wird zum gefeierten Varieté-Künstler – und fügt sich ein, in die wohlig eingeschlossene Menschenwelt.

Gewünscht wird ein Bericht über das Affentum, geliefert wird eine Verteidigung und Bestätigung des

eigenen Menschseins – von einem Halbwesen. Wie Kafka schon im Titel kein Thema festlegt, unterwandert er jedes Motiv seiner Erzählung: Rotpeter ist weder Mensch noch Affe, er ist Objekt der Wissenschaft und Wissenschaftler zugleich – und die Menschenlehrer erscheinen in seinem Bericht oft

äffischer als ihr Affenschüler.

Franz Kafkas Erzählung lässt sich als kritischer Kommentar zur Moderne lesen: Die Wissenschaft kann das Sein nicht mehr fassen, jedem Akt der Selbstschöpfung folgt der Selbstverlust, Verwandlung ist bloß noch Täuschung – und Auswege entpuppen sich als Ausflüchte.

Eine Kooperation mit dem Theater hintenlinks

Inszenierung: Sascha Mey

Dramaturgie: Leona Benneker

Mit: Felix Banholzer

Weitere Termine: 28., 29.5. 2013

Soweit nicht anders angegeben beginnen alle Vorstellungen um 19.30 Uhr.

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