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"Die heilige Johanna der Schlachthöfe" von Bertolt Brecht in Essen

12.01.2008

Premiere 19. Januar 2008, Grillo-Theater

Johanna ist eine starke Frau: sie kämpft mutig gegen soziale Missstände, tritt der Ungerechtigkeit entgegen und bietet den mächtigsten Managern die Stirn.

Sie hätte ein Portrait in der „Brigitte“ verdient und den alternativen Nobelpreis dazu. Denn Johanna hat Recht: die Arbeiter werden von Mauler, dem Monopolisten, mit Füßen getreten. Seine gewagten Transaktionen führen den Markt fast in den Abgrund. Als die Krise eskaliert, begegnet er Johanna. Die schaut Mauler tief in die Augen und hofft, den ersten Gerechten gefunden zu haben. Am Ende hat Mauler den Markt wieder fest im Griff und Johanna wird heilig gesprochen – post mortem, wie sich das gehört.

Die sonderbare Liebesgeschichte zwischen Johanna und Mauler lehrt eines: dass der Markt die Krisen liebt und Liebe blind macht. In diesem Stück, das Brecht 1929 geschrieben hat, behalten die, die sich täuschen, trotzdem Recht. Der junge Regisseur Jan Philipp Gloger, der zum ersten Mal in Essen arbeitet, untersucht in seiner Inszenierung die Gesetze des Marktes und die der Liebe – vielleicht gehorchen sie denselben Regeln.

I: Jan Philipp Gloger/ B: Jörg Kiefel/K: Silke Rekort/D: Sabine Reich

Mit: Sarah Viktoria Frick, Lukas Graser, Siegfried Gressl, Nicola Mastroberardino, Carsten Otto, Martin Vischer, Michael Weber, Ute Zehlen

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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