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Deutschsprachige Erstaufführung: "Tschewengur!" - Die Wanderung mit offenem Herzen - von Andrej Platonov im Schauspiel Stuttgart

15.10.2015

Premiere am 22. Oktober 2015, 19:00 im Schauspielhaus. -----

Tschewengur von Andrej Platonov gehört – wie Bulgakows Meister und Margarita oder Pasternaks Dr. Schiwago – zu den wichtigsten russischen Romanen des 20. Jahrhundert. Bereits zwischen 1927 und 1929 entstanden, konnte er erst 1972, 21 Jahre nach dem Tod des Autors, gekürzt in einem Pariser Emigranten-Verlag erscheinen, 1988 dann auch in der Sowjetunion.

Mit fulminantem Erfolg: Tschewengur gilt als „Antiutopie“, „apokryphe Schrift über bolschewistische Theorie“ oder „Allegorie des russischen Geistes“. Platonov liefert in seinem Meisterwerk eines der erschütterndsten literarischen Bilder über Revolution und Bürgerkrieg in einer apokalyptisch ausgerichteten Zeit russischer und europäischer Geschichte.

Grotesk, satirisch, realistisch und phantastisch schildert er die unerträglichen Widersprüche der revolutionären Wirklichkeit: Welche Opfer kostet der Versuch, Utopie ins Leben zu zwingen. Seine Hauptfiguren, Sascha Dvanov und Sergeij Kopjonkin sind sowjetische Versionen von Don Quijote und Sancho Pansa. Beide sind unterwegs im nachrevolutionären Russland – auf der Suche nach dem Kommunismus und dem Grab von Rosa Luxemburg, auf der Suche nach dem Glück und der Liebe, einem besseren Leben. In Tschewengur, einer kleinen Stadt in der großen, weiten und ansonsten leeren russischen Steppe, soll, so haben sie gehört, der Kommunismus bereits ausgebrochen sein. Also machen sie sich dorthin auf den Weg. Begleitet von ihrer Rosinante „Proletarische Kraft“, beginnen sie ihre „Wanderung mit offenem Herzen“.

Regie Frank Castorf

Bühne Aleksandar DeniĆ

Kostüme Adriana Braga Peretzki

Dramaturgie Jan Hein, Carmen Wolfram

Mit

Sandra Gerling, Johann Jürgens, Katharina Knap, Horst Kotterba, Matti Krause, Manja Kuhl, Andreas Leupold, Astrid Meyerfeldt, Wolfgang Michalek, Hanna Plaß, Tobias Dusche, Daniel Keller, David Wesemann, Philip Roscher, Philipp Reineboth, Carsten Bänfer

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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