Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Der Menschenfeind" von Molière im Schauspiel Stuttgart"Der Menschenfeind" von Molière im Schauspiel Stuttgart"Der Menschenfeind" von...

"Der Menschenfeind" von Molière im Schauspiel Stuttgart

Premiere: 7. Juli 2017, 21:00 Uhr, Foyer Schauspielhaus. -----

Molières Komödie Der Menschenfeind wird am 4. Juni 1666 uraufgeführt. Die absolutistische Hofgesellschaft trifft sich zur großen Party; nur der Idealist und strenge Sittenrichter Alceste möchte nicht dabei sein. Er hasst die Schleimereien seiner adligen Freunde, lieber bleibt er einsam im Schatten und geigt jedem seine Meinung:

„Ach, ich könnte speien, / wenn ich euch sehe! Diese Kriechereien, / Am liebsten möcht ich fliehen / aus diesem Kaff, und in die Wüste ziehen.“ – so schimpft er gleich zu Beginn des Dramas mit ungehöriger Gehässigkeit auf seine Mitmenschen, auf ihren Klatsch, ihr Prestigebedürfnis, ihr Aufsteigertum und ihre falsche Bescheidenheit. Für sich und andere erhebt er den Anspruch, ganz ohne Heuchelei und nach allen Regeln der unbedingten Wahrhaftigkeit zu leben. In einer Welt der Möchtegerndichter und geschmeidigen Schmeichler kann er damit nur scheitern, aber auch der Ausstieg aus der verhassten Gesellschaft ist nicht ganz einfach, wenn sich die Angebetete als Königin der Intrigen entpuppt …

 

Der Schauspieler und Regisseur Wolfgang Michalek lädt gemeinsam mit Ensemblekollegen zur Party ins Foyer Schauspielhaus. Er inszeniert den Menschenfeind auf einer eigens errichteten Sommertheaterbühne: mit viel Musik und als Komödie einer Bourgeoisie, die damals so vergnügt war wie heute: „Je genauer ich meinen Molière studierte, desto mehr Echos stellten sich ein. Auf Schritt und Tritt begegneten mir in München, Hamburg oder Düsseldorf Reaktionen, Mechanismen und Verkehrsformen, die denen der Molière-Komödie bis ins Detail glichen. Ich entdeckte, dass die Party, die am Abend des 4. Juni 1666 auf der Bühne des Theaters vom Palais Royal begann, immer noch andauert …“ (Hans Magnus Enzensberger)

 

„Der Menschenfeind ist eine Gestalt, die in radikalen Alternativen denkt und handelt, die konsequent ihre eigene Welt entwirft, weil ihr die erlebte, man könnte auch sagen: die vorgegebene, als unrettbar verdorben scheint. Ob es den Misanthropen in der Wirklichkeit gab oder gibt? Nicht dem Misanthropen in der Wirklichkeit gilt unser Interesse, sondern dem Misanthropen als Kunstgeschöpf, Geschöpf der künstlerischen Phantasie, und als Geschöpf das von der Kunst träumt als dem einzigen Refugium vor der Welt.“ (Bernhard Sorg)

 

Regie: Wolfgang Michalek

Bühne: Julian Marbach

Kostüme: Cinzia Fossati

Musik: Michael Lieb

Licht: Sebastian Isbert

Dramaturgie: Bernd Isele, Maria Nübling

 

Christian Czeremnych (Alceste),

Birgit Unterweger (Célimène),

Peer Oscar Musinowski (Oronte),

Lucie Emons (Arsinoé),

 

Michael Lieb (Piano, Live-Musik)

 

Sa., 08.07.2017

21:00 Uhr

 

Di., 11.07.2017

21:00 Uhr

 

Mi., 12.07.2017

21:00 Uhr

 

Fr., 14.07.2017

21:00 Uhr

 

So., 16.07.2017

21:00 Uhr

 

Di., 18.07.2017

21:00 Uhr

 

Do., 20.07.2017

21:00 Uhr

 

Fr., 21.07.2017

22:00 Uhr

Hinweis: die Vorstellung findet erst um 22 Uhr (statt ursprünglich 21 Uhr) statt

 

Zum letzten Mal

Sa., 22.07.2017

22:00 Uhr

Hinweis: die Vorstellung findet erst um 22 Uhr (statt ursprünglich 21 Uhr) statt

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

STARKE BILDER AM WELTENDE -- Richard Wagners "Götterdämmerung" als Live-Stream aus der Oper ZÜRICH

In der Inszenierung von Andreas Homoki spielt ein gold-weiß gehaltenes, klassizistisches Ambiente eine große Rolle (Ausstattung: Christian Schmidt). Der Zuschauer befindet sich in einer…

Von: ALEXANDER WALTHER

FEUER UND GRANDEZZA -- Wiener Philharmoniker in der Waldbühne Berlin via 3sat

Es war eine besondere Premiere - zum ersten Mal musizierten die Wiener Philharmoniker unter der präzisen Leitung von Riccardo Muti in der Waldbühne Berlin. Gleich bei der Ouvertüre zu Giuseppe Verdis…

Von: ALEXANDER WALTHER

ZWISCHEN REVOLUTION UND AUFKLÄRUNG - Wolfgang Amadeus Mozarts "Zauberflöte" (Libretto: Emanuel Schikaneder) mit dem Pfalztheater Kaiserslautern im Theater Heilbronn

Kinder spielen in dieser ungewöhnlichen Inszenierung von Pamela Recinella (Bühne und Kostüme: Jason Southgate) eine große Rolle. Gleich bei der Ouvertüre spielen Pamina als Mädchen und Tamino als…

Von: ALEXANDER WALTHER

IMPRESSIONEN AUS DER SCHWEIZ -- "Monte Rosa" von Teresa Dopler im Studiotheater STUTTGART

Es ist eine Geschichte aus dem Schweizer Alpenmassiv, ein Stimmungsmoment zwischen Gesteinsschichten und Gletscherspalten: "Das ganze Matterhorn hat sich im See gespiegelt." In der Regie von Daniela…

Von: ALEXANDER WALTHER

MARKANTE KONTRASTE -- Neue CD: Beethoven-Klaviersonaten mit Moritz Winkelmann bei Berlin Classics

Der Stuttgarter Pianist Moritz Winkelmann hat eine große Leidenschaft für die Musik Ludwig van Beethovens entwickelt. Es war sein Wunsch, sämtliche Klaviersonaten bei Berlin Classics aufzunehmen.…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑