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"Der göttliche Tivoli" in Bern

Premiere Freitag, 19. September, 19.30 Uhr, Stadttheater

Von 12. bis 19. September findet unter dem Titel „Fremdgehen“ an verschiedenen Spielstätten in Bern das Musikfestival „Biennale Bern“ statt. Zum Abschluss und als Beitrag des Stadttheaters zur Biennale kommt am 19. September die zeitgenössische Oper „Der göttliche Tivoli“ des dänischen Komponisten Per Norgard zur Premiere.

Der 1932 geborene Norgard hat sein Werk nach Texten des Berner Künstlers Adolf Wölfli geschrieben, mit dessen Schaffen er sich eingehend auseinandergesetzt hat. Die Oper wurde 1983 im dänischen Arhus uraufgeführt und 2007 in Lübeck erstaufgeführt. Die Oper wird vom Stadttheater Bern in Koproduktion mit dem Theater Lübeck gezeigt.

Im „Göttlichen Tivoli“ begegnen sich Figuren der Erinnerung und der Phantasie von Wölfli in verschiedenen Identitäten und Lebensabschnitten. Reale und imaginierte Szenen und Gestalten gehen ineinander über. Auch in der Instrumentierung und in der Partitur spiegelt Norgard das Chaos und die Idylle, welche Wölflis Leben und sein Werk ausmachen. Der Komponist verwendet als Orchester nur ein Cello und einen Synthesizer sowie sehr viel Schlagzeug.

Adolf Wölfli, so schrieben die Medien Anfang 2008 anlässlich der Ausstellung „Adolf Wölfli Universum. Eine Retrospektive“ im Kunstmuseum Bern (1. Februar bis 18. Mai 2008), sei im Grunde der grösste Künstler, den die Schweiz je hervorgebracht habe.

Wölflis Schicksal ist tragisch, sein Ruhm als Vertreter der „Art brut“ glanzvoll. Auf seinen Blättern, Wortschöpfungen und Kompositionen zeigt sich Wölflis surreale, poetische, seltsame, schöne Welt, die selbsternannte „Skt.-Adolf-Riesen-Schöpfung“.

Diese Innenwelt, aber auch seine Stellung in der realen Welt, ist Gegenstand der Oper von Per Norgard. Der Komponist erlebte die Beschäftigung mit der Kunst Wölflis „als einen mentalen Sturz in eine andere, dunkle Welt, unheimlich unvoraussagbar, doch anziehend und vor allem sehr konkret“.

Der erste Teil der Oper bezieht sich auf Wölflis Leben vor der Einlieferung in die psychiatrische Anstalt Waldau bei Bern, auf seine sexuellen Nöte, die Enge der Herkunft, eine Jugend der Schläge.

Der zweite Teil zeigt die Welt der Anstalt, in der Wölfli der Welt, die ihn zerstört hatte, entrückt. Hier entwirft er sein eigenes Reich, in dem er sein eigener Herrscher ist, der sich auch mehrfach duplizieren kann.

Uraufführung 1983 in Arhus

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Im Rahmen der Biennale Bern 2008

Eine Koproduktion mit dem Theater Lübeck

Musikalische Leitung Dorian Keilhack

Inszenierung Sandra Leupold

Bühne, Kostüme Barbara Rückert

Szenische Einstudierung Fabian von Matt

Video-Design Per Engelbracht, Stephan Komitsch

Bianka, Lidia Wildermuth, Margritt,

Santta Maria Andrea Stadel

Mutti, Mathilde, Heilige Mutter Fabienne Jost

Doufi, Orpheus Daniel Szeili

Adolf Wölfli, Neger Hubert Wild

Sankt Adolf II. Steffen Kubach

Sankt Adolf, Doktor Bernd Gebhardt

Vögeli Jianeng Lu, Tadahiro Masujima,

Sandra Rohrbach, Simone Tschöke

Solo-Schlagzeug Hans-Kristian Sörensen

Schlagzeug Franz Rüfli, Daniel Scheidegger,

Ferdinand Heiniger, Oliver Schär,

Adrian Schild

Violoncello Matthias Kuhn

Synthesizer Genova Dessislava

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