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„Deportation Cast“ von Björn Bicker im Theater Freiburg

PREMIERE DO. 31.1.13, 19 Uhr, Werkraum. -----

Egzon ist ein stummer Erzähler. Es ist unklar, welche Sprache er spricht. Nicht einmal seine Mutter weiß das. Bis er vier war, sprach er Albanisch, dann kam er nach Deutschland und verstummte. Dazwischen liegen Bilder und Ereignisse, die nur Egzon kennt und die mit der Zerstörung seiner Siedlung im Kosovo zu tun haben.

Danach ist er mit seiner Familie nach Deutschland geflüchtet. Seither gilt er als behindert. Er weicht seiner großen Schwester Elvira nicht von der Seite, um sie zu beschützen. Elvira sagt es so: »Bisher habe ich nur zweimal gemerkt, dass ich angeblich ein Roma-Mädchen bin. Das erste Mal, als sie unser Haus in Mitrovica abgebrannt haben und das zweite Mal als sie uns in Hannover nachts aus der Wohnung geholt haben.« Nach zehn Jahren Deutschland folgt die Ausweisung der Familie in die alte Heimat, die keine ist, die nur Armut und Diskriminierung bereit hält. Elvira hält Kontakt zu Bruno, ihrem Klassenkameraden, ihrer ersten Liebe. Bruno findet heraus, dass sein Vater als Pilot Abschiebeflüge geflogen ist.

»Deportation Cast« verschränkt eine Liebesgeschichte, zwei Familiengeschichten und die Stimmen eines Verwaltungsvorgangs ineinander. Dabei kommt der »Cast« mit vier Schauspielern aus, welche die Seiten und damit Perspektiven im Spiel um die Abschiebung konsequent wechseln.

14+

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis 2012

Regie: Frank Oberhäußer

Ausstattung: Mai Gogishvili

Dramaturgie: Ruth Feindel

Mit: Johanna Eiworth, Henrike Hahn; Hendrik Heutmann, Holger Kunkel

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