Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Das Staatstheater am Gärtnerplatz München trauert um Ivan SertićDas Staatstheater am Gärtnerplatz München trauert um Ivan SertićDas Staatstheater am...

Das Staatstheater am Gärtnerplatz München trauert um Ivan Sertić

Der langjährige Ballettdirektor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, Ivan Sertić, ist am 15. Mai 2020 im Alter von 93 Jahren verstorben. Im Jahr 1973 holte ihn Staatsintendant Kurt Pscherer an das Gärtnerplatztheater, um die Tanzsparte auch jenseits ihrer Auftritte in Opern, Operetten und Musicals zu einer eigenständigen künstlerischen Blüte zu führen. Bis 1985 blieb Ivan Sertić in dieser Position und etablierte die Kompagnie fest im Münchner Kulturleben als anspruchsvolle Alternative zum Ballett der Bayerischen Staatsoper mit regelmäßigen Eigenproduktionen im Spielplan.

 

Copyright: Christian POGO Zach

Am 12. Januar 1927 in Zagreb geboren und aufgewachsen, wurde Ivan Sertić an der dortigen Staatlichen Ballettschule nach russischem Muster ausgebildet und sammelte Erfahrungen durch Studienaufenthalte in Paris, London und Moskau. Nach einem Engagement als Solist am Nationaltheater Zagreb wurde er von Tatjana Gsovsky nach Frankfurt am Main geholt. Er begann zu choreografieren und wurde in Folge Ballettmeister in Heidelberg und Lübeck sowie Ballettchef in Wuppertal und schließlich am Staatstheater am Gärtnerplatz. Hier prägte Ivan Sertić den Spielplan über mehr als 12 Jahre mit Arbeiten wie »Coppélia« (Leo Delibés, 1973), »Cinderella« (Prokofjew, 1975), »Dualis für Schlagzeug und Tänzer« (Carlos Veerhoff, 1976), »Undine« (Hans Werner Henze, 1978), »Abraxas« (Werner Egk, 1979), »Die letzte Blume« (Felix Mendelssohn Bartholdy, 1980), »Don Quixote« (Minkus, 1980), »Nächte in spanischen Gärten« (Manuel de Falla u. a., 1981), »Die Geschöpfe des Prometheus« (Ludwig van Beethoven, 1984) und »Aschenbrödel« (Prokofjew, 1984) zwischen Tradition und Moderne.

Nach seiner Zeit am Gärtnerplatztheater blieb Ivan Sertić der Landeshauptstadt München treu, unterrichtete an Konstanze Vernons Ballett-Akademie und betätigte sich bis ins hohe Alter hinein auch als Bildender Künstler.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

EIN BEWEGENDER FEUERREITER -- Liedmatinee - Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille in der Staatsoper Stuttgart

Die New York Times bezeichnete das Liedduo Christian Gerhaher (Bariton) und Gerold Huber (Klavier) als "größte Liedpartnerschaft der Welt". Dies betonte Kammersängerin Christiane Iven in ihrer…

Von: ALEXANDER WALTHER

NEUE SPHÄREN IM LICHTKEGEL -- Sao Paulo Companhina de Danca im Forum am Schlosspark Ludwigsburg

Mit der Deutschen Erstaufführung von "The Eight" gedenkt der Choreograph Stephen Shropshire des 200. Geburtstags von Anton Bruckner. In den Kostümen von Fabio Namatame erklingt das Finale von…

Von: ALEXANDER WALTHER

REIZVOLLES SPIEL MIT KLASSISCHEN FORMEN -- Konzertabend beim deutsch-türkischen Forum mit Gülsin Onay und Erkin Onay im Hospitalhof STUTTGART

Sie ist Staatskünstlerin der Türkei und eine renommierte Pianistin: Gülsin Onay. Sie trat auch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf. Zusammen mit ihrem Sohn Erkin Onay (Violine)…

Von: ALEXANDER WALTHER

EXPLOSIVE KLANGMISCHUNG -- "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky bei NAXOS (BR KLassik)

Nicht sonderlich erfolgreich geriet die Stuttgarter Uraufführung der einaktigen Oper "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky im Jahre 1917 unter der Leitung von Max von Schillings. In…

Von: ALEXANDER WALTHER

Die ganze Wahrheit? -- „True Crime“ - Andrey Kaydanovskiy | Hege Haagenrud | Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Drei tänzerische Perspektiven zu Wahrheit und Fiktion: Andrey Kaydanovskiy „Chalk“, Hege Haagenrud „The Bystanders“, Demis Volpi „Non-Fiction Études“  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑