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Carlo Goldoni: "Der Diener zweier Herren" im Mainfranken Theater Würzburg

05.05.2007

Premiere 5. Mai 2007, 19.30 Uhr, Großes Haus.

Beatrice Rasponi ist in Gestalt ihres Bruders Frederigo auf der Suche nach ihrem Geliebten, Florindo Aretusi, dessen Mörder.Sie ahnt nicht, wie nah sie ihm schon ist: Beide sind im selben Gasthof abgestiegen – und teilen sich sogar einen Diener: Truffaldino.

Dieser steht nun vor der Aufgabe zwei Herren gleichermaßen zufrieden zu stellen. Außerdem hat er sich heftig in Smeraldina verliebt, die Zofe von Pantalone. Dessen Tochter Clarice will Silvio heiraten ist aber mit Beatrices Bruder, dem toten Frederigo, verlobt, der plötzlich wieder vor der Tür steht … Die Verwicklungen nehmen zu.

Die Inszenierung geht zurück an die Schnittstelle von Improvisationstheater und schriftlichen niedergelegten Charakterstück. Die zentralen Elemente der Schauspielkunst der Commedia dell’Arte – Improvisation, Theaterspiel mit Masken, typisierter Mundartgebrauch, Situationskomik mit aktuellen Bezügen und generell eine hohe Volkstümlichkeit– werden auch in der Würzburger Inszenierung eine entscheidende Rolle spielen. Ebenso arbeitet die Ausstattung mit der Tradition und verwendet italienische Formen und Masken des 17./18. Jahrhunderts in neuen Materialien.

Seine Komik bezieht das Stück aber vor allem aus der verwickelten Handlung so wie aus der zentralen Figur des Truffaldino, der alle Schwierigkeiten mit Humor, Bauernschläue und überbordender Lebendigkeit und Sinnlichkeit löst. Die Figur des Truffaldino, auch bekannt unter dem Namen Arlecchino (Harlekin, oder zu Deutsch: Hanswurst) ist typisch für das traditionelle italienische Volkstheater, die Commedia dell’Arte.

Carlo Goldoni (1707-1793) erweist sich in seiner 1745 entstandenen Komödie sowohl als Meister dieser traditionellen Theaterform, die in ihren Ursprüngen rein auf Improvisation basierte und keine schriftliche Textgrundlage kannte, als auch als Kenner der neueren Form der Charakter- und Gesellschaftskomödie, in der Tradition Molières. Er schuf ein schnelles, temporeiches und witziges Stück, das bis heute nichts von seinem Witz eingebüßt hat.

Regie: Bernhard Stengele

Ausstattung: Adrian Basilius

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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