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Ballett "Timekeepers" im Opernhaus Zürich

Samstag, den 20. Januar 2024, um 19.00 Uhr

Als Zeit einer euphorischen kulturellen und technologischen Aufbruchsstimmung sind die «goldenen» 1920er-Jahre in die Geschichte eingegangen. Von ihr künden drei, vor einhundert Jahren uraufgeführte Werke, die das Klavier prominent in den Mittelpunkt stellen und im Ballettabend Timekeepers Choreografinnen aus drei Generationen zusammenführen.

 

Copyright: Carlos Quezada, Probenfoto


Die Uraufführung von Igor Strawinskys Les Noces, die 1923 mit den Ballets Russes in Paris stattfand, hat Musik- und Ballettgeschichte geschrieben. Einem gemischten Chor hatte Strawinsky für diese Tanzkantate, die den Ablauf einer traditionellen Hochzeitszeremonie nachvollzieht, eine Besetzung aus vier Klavieren und Schlagzeugensemble an die Seite gestellt. Die Choreografin Bronislawa Nijinska, die Schwester Vaslav Nijinskis, unterstrich in der Uraufführung die neoklassizistische Kantigkeit von Strawinskys Musik durch konstruktivistische Tänzergruppierungen, pyramidenartige Aufbauten sowie harte, eckige, stampfende Bewegungen. Mit Nijinskas legendärer Les Noces-Choreografie tanzt das Ballett Zürich ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts.

Im Publikum von Les Noces sass in Paris auch ein junger Amerikaner, der sich mit seinem extravaganten Lebensstil und seiner rhythmisch treibenden, mechanistisch gesteuerten Musik bald einen Ruf als «Bad Boy of Music» sicherte: Es war George Antheil. Sein berühmtestes Werk ist das mehrfach überarbeitete Ballet mécanique, das in seiner ersten Fassung als Musik für einen surrealistisch-dadaistischen Film von Fernand Léger bestimmt war. Meryl Tankard ist erstmals beim Ballett Zürich zu Gast. Die bekannteste Choreografin Australiens wird das Stück in einer Fassung für Klavier und acht Lautsprecher auf die Bühne bringen. Am Beginn ihrer Karriere tanzte Meryl Tankard im Australian Ballet und im Tanztheater Wuppertal bei Pina Bausch, seither bewegt sie sich international erfolgreich zwischen Klassik und Moderne.

Mit der 1924 uraufgeführten Rhapsody in Blue wollte George Gershwin den Amerikanern musikalisch eine eigene Identität verleihen und mithilfe der Musik auch ethnische und kulturelle Barrieren überwinden. Einhundert Jahre später setzt sich der junge, aus Südafrika stammende Choreograf Mthuthuzeli November mit Gershwins «musikalischem Kaleidoskop Amerikas» auseinander. Er lebt heute in London und wurde für seine Kreationen bereits mit renommierten Auszeichnungen wie dem Lawrence Olivier Award geehrt. In Grossbritannien ist Mthuthuzeli November längst mehr als ein Geheimtipp und arbeitet nun erstmals mit dem Ballett Zürich zusammen.

For Hedy
Choreografie von Meryl Tankard
Choreografie Meryl Tankard
Musik George Antheil, Elena Kats-Chernin
Arrangement Ballet mécanique Paul Lehrman
Bühnenbild Magda Willi
Kostüme Bregje van Balen
Video Régis Lansac
Lichtgestaltung Martin Gebhardt
Dramaturgie Michael Küster
Klavier Guy Livingston

Rhapsodies
Choreografie von Mthuthuzeli November
Musik George Gershwin, Mthuthuzeli November
Bühnenbild Magda Willi
Kostüme Bregje van Balen
Lichtgestaltung Martin Gebhardt
Dramaturgie Michael Küster

Les Noces
Choreografie von Bronislawa Nijinska
Musikalische Leitung Sebastian Schwab
Musik Igor Strawinsky
Bühnenbild und Kostüm Natalia Goncharova
Lichtgestaltung John B. Read
Choreinstudierung Florian Helgath

Sopran
Flavia Stricker
Mezzosopran
Dominika Stefanska
Tenor
Christopher Willoughby
Bariton
Aksel Daveyan
Zürcher Sing-Akademie
Ballett Zürich
Klavier
Robert Kolinsky
Klavier
Tomas Dratva
Klavier
Lidiia Vodyk
Klavier
Kateryna Tereshchenko

Weitere Vorstellungen
21, 26 Jan, 2, 4, 9, 17, 18, 23, Feb 2024

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