Premiere: 4. Februar, weitere Vorstellungen: 8. und 9. Februar
Christian Stückl inszeniert mit Woyzeck von Georg Büchner die dritte Neuproduktion der Spielzeit 2005/2006. Für das Bühnen- und Kostümbild zeichnet sich wieder Marlene Poley verantwortlich. Stationen ihrer langjährigen, 1992 begonnen künstlerischen Zusammenarbeit sind u.a. Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos an den Münchner Kammerspielen (1992), Jedermann bei den Salzburger Festspielen (2002), Geierwally am Münchner Volkstheater (2002), Der Räuber Kneißl am Münchner Volkstheater (2003), Fidelio an den Bühnen der Stadt Köln (2004)
und Lulu am Münchner Volkstheater (2005).
Das Fragment
Franz Woyzeck ist ein einfacher Soldat. Einen Teil seines Soldes liefert er
regelmäßig bei seiner Geliebten Marie ab, die ihr gemeinsames Kind groß
zieht. Als Marie ihn mit einem Tambourmajor betrügt, treibt dies ihn in
wahnhafte Phantasien und schließlich zum Mord. In seinem Fragment
gebliebenen Drama entwickelt Büchner in kurzen, abrupt abbrechenden
Szenen all die widersprüchlichen Facetten eines von Eifersucht zum
Äußersten getriebenen Menschen, dem die Welt ins Nichts zu stürzen droht.
Büchner starb vor der Vollendung seines Dramas über den historischen Fall
eines Friseurs, der als Soldat in den napoleonischen Kriegswirren aus der
Lebensbahn geworfen und zum Mörder an seiner Geliebten wurde. Fast 50
Jahre dauerte es nach seinem Tod bis zum Erstdruck des Fragment geblieben
Werkes. Erst 1913 wurde Woyzeck in München uraufgeführt.