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VERZEIHUNG, IHR ALTEN, WO FINDE ICH ZEIT, LIEBE UND ANSTECKENDEN IRRSINN?

02.02.2008

von Christian Lollike, Maxim Gorki Theater Berlin

Premiere 08. Februar 2008 um 20:00 Uhr im Theaterdiscounter

Das erste abendfüllende Theaterstück des dänischen Jungautors Christian Lollike aus dem Jahr 2003 trägt die Frage, was sich Menschen unterschiedlicher Generationen zu erzählen haben, bereits in seinem sonderbaren Titel.

Im Mikrokosmos eines Pflegeheims treffen Junge und Alte aufeinander: die Bewohner Don Otto und Biermann verbringen ihre grenzenlose Freizeit mit dem Erträumen einer goldenen Zukunft, während ihre Pfleger Öh-Walter und Bernhard die eigene Paranoia nur schwer in den Griff bekommen. Die Heimleiterin Frau Frauke lässt sich vom klugen Irrsinn der Alten über den Tisch ziehen und zwischen dem jungen Pfleger Valentin und der 81-jährigen

Kleptomanin Vera entwickelt sich die zarte Pflanze einer aussichtslosen Liebe.

Das alles spielt an der Treppenkante zur letzten Pflegestufe: die heißt Tod und lässt sich nicht berechnen. Lollike nutzt das Sujet des „Pflegeheimdramas“ als grotesken und surrealen Hintergrund für die Utopie einer Begegnung der Generationen und die Tragödie des Scheiterns dieses Aufeinandertreffens.

Matthias Huhn macht den Titel Lollikes zum Konzept: neben Schauspielern des Heidelbergers Ensembles werden ältere Laiendarsteller zu erleben sein, wenn es gilt, mit „Zeit, Liebe und ansteckenden Irrsinn“ dem Wahnsinn der

scheinbar realen Hysterie ein kleines Stück Theater entgegenzusetzen, denn eigentlich ist die Erfahrung des Älterwerdens das kleinste gemeinsame Vielfache der menschlichen Gemeinschaft – für alle gilt: Alt sein ist die

Zukunft! Doch aus dieser Selbstverständlichkeit ist ein soziales Problem geworden: die Gesellschaft ist geteilt in Leistungsträger und Leistungsbedürftige. Das Gespräch zwischen den Generationen scheint verstellt durch Regale voller Ratgeber und Anti-Aging-Produkte, die Erzählung als Grundlage jeder Vision des Zusammenlebens ist scheinbar ins Stocken geraten.

Es spielen: Ute Baggeröhr (Frau Frauke); Paul Grill (Valentin), Holger Stockhaus (Bernhard), Frank Wiegard (Öh Walter), sowie Ute Bujard, Karl Figge, Margarethe Geissler, Dierk von Steldern Ute Baggeröhr, Paul Grill, Holger Stockhaus und Frank Wiegard sind feste Ensemblemitglieder des Theaters der Stadt Heidelberg.

Regie: Matthias Huhn

Bühne und Kostüme: Markus Karner

Koproduktion mit dem Theater Heidelberg

Weitere Vorstellungen sind am 09. Februar im Rahmen des ALT-Spektakels sowie am 10. Februar.

THEATERDISCOUNTER: Monbijoustraße 1; 10117 Berlin ; (ehemaliges Telegrafenamt, Ecke Oranienburger Straße)

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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