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Uraufführung: "what about catastrophes?" von Claudia Bosse im Tanzquartier Wien

Premiere 10. April 2014, 20:30 Uhr, in englischer und deutscher Sprache, Museumsplatz 1, 1070 Wien. -----

what about catastrophes? versammelt ein Ensemble von fünf Tänzern und Performern auf unsicherem Grund und erkundet in performativen Variationen die Grammatik der Katastrophe. Claudia Bosse sondiert körperliche Grenzen, spielt mit der Fragilität von Leibern und der Verletzbarkeit von Systemen.

In einer Choreographie zerklüfteter politischer Landschaften, sich im Sturz befindender Körper, rituellen Bewegungen, Sprachfragmenten und Soundflächen entsteht in der Halle G des Tanzquartiers ein Raum sich überlagernder Stimmen und Handlungen mit persönlichen Gedanken über Revolution, Bürgerkrieg, Freiheit, Terrorismus, das Subjekt und Demokratie.

In diesem komplexen Ereignisraum kann sich der Zuschauer bewegen und ist eingeladen, die Perspektive zu wechseln: auf Körper, die in Erschütterungen geraten und zugleich die Beschleunigungsmaschine aus Kapital, Medien und Katastrophe zu verunsichern suchen.

In what about catastrophes? begegnen persönliche Gedanken über Demokratie, Terrorismus, Freiheit, Revolution, Zukunft und Bürgerkrieg Körpern in Extremsituationen und treiben das Theater an die Grenzen seiner Darstellbarkeit.

what about catastrophes? ist Teil des Langzeitprojekts katastrophen (11/15) ideal paradise von Claudia Bosse und einer Gruppe internationaler Künstler, Tänzer, Performer und Theoretiker und untersucht bis Ende 2015 die Struktur der Katastrophe als Kippbild der Gesellschaft. Dabei greift Claudia Bosse auf ihre Sammlung aus Interviews zurück, die seit 2011 aus Gesprächen zu persönlichen Narrativen über Demokratie, Freiheit, Terrorismus, Staat, Geschichte, Identität in Städten wie New York, Kairo, Tunis, Frankfurt, Zagreb, Tel Aviv, Brüssel, Beirut entstanden ist.

what about catastrophes?

Von / mit: Nathalie Rozanes, Alexandra Sommerfeld, Florian Tröbinger, Kostas Tsioukas, Elizabeth Ward

Konzept / Choreographie / Installation: Claudia Bosse

Sound / Video: Günther Auer

Dramaturgie: Fanti Baum

Umsetzung Bauten / Technische Leitung: Marco Tölzer

Bekleidung: Lila John

Licht: Victor Duran

Produktionsleitung: Margot Wehinger

Text / Kommunikation: Anna Etteldorf

Hospitanz: Andreea Zelinka

Eine Produktion von theatercombinat

Koproduktion: Tanzquartier Wien

gefördert von Wien Kultur

Weitere Aufführungen: 11./12./13. April, jeweils 20.30 Uhr

Tickets: +43-1-581 35 91 und tanzquartier@tqw.at

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Der nächste Teil mit dem Titel catastrophic paradise wird im September 2014 in Düsseldorf in Koproduktion mit dem FFT im Rahmen der Reihe "DECOLONIZE! Performative Strategien für ein (post)koloniales Zeitalter" uraufgeführt, unterstützt von der Kunststiftung NRW.

Claudia Bosse ist Künstlerin, Regisseurin und künstlerische Leiterin von theatercombinat. Mit ihrer 1996 gegründeten KünstlerInnenformation theatercombinat feiert sie durch die Erschaffung neuer, experimenteller Aktions- und Wahrnehmungsräume zwischen Theater, Installation, Choreografie, Performance und Diskurs internationale Erfolge. Für ihre Produktion „bambiland“ von Elfriede Jelinek erhielt sie mit theatercombinat 2009 den Nestroy-Preis für die „Beste Off-Produktion“. 2012 zeigte sie im Februar „burning beasts“ im Frankfurter Kunstverein, im Juli „biographical landscapes of new zagreb“ im Museum of Contemporary Art Zagreb sowie 2013 „designed desires“ in Wien und Düsseldorf. Zuletzt realisierte sie „thoughts meet space“ in Wien und in Beirut bei Ashkal Alwan, sowie „galerie royal cenral- rewriting history“ in Brüssel. claudiabosse.blogspot.co.at

theatercombinat ist ein internationales Ensemble um Claudia Bosse, dessen Arbeiten sich durch Lust an der Erforschung von neuen Räumen, Texten und der stetigen Reflexion des Theaterbegriffs auszeichnet. Die bespielten Räume reichen von U-Bahnschächten bis hin zu Dachlandschaft oder ehemaligen Industriehallen, und spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die Strukturen der inszenierten Texte. Das Ensemble stellt sich in jeder Neuinszenierung der Herausforderung Text, Raum, Struktur und Zuschauer gleichermaßen mitzudenken, und direkte Bezüge oder Konfrontationen entstehen zu lassen. Seit 2010 entwickelt Claudia Bosse eine neue Methode, Stücke gemeinsam mit den jeweiligen Darstellern und dem Soundkünstler Günther Auer durch „akustische Narrative“ zu komponieren. Partner waren, sind oder werden sein: FFT Düsseldorf, Watermill Center in New York, MSU Zagreb, Tanzquartier Wien, Staatstheater Braunschweig, GRÜ/théâtre du grütli Genf, Nationaltheater Montenegro, Kampnagel Hamburg oder Festivals wie Eurokaz, WIEN MODERN, Journées Théâtrales de Carthage, Theaterformen oder Theater der Welt. www.theatercombinat.com

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