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Uraufführung: "Die Erben des Galilei" von Martin Bauch - Städtische Theater Chemnitz

Premiere: 25. Mai 2014, 20.00 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz, Ostflügel. -----

 

Gewinnerstück des Chemnitzer Theaterpreises für junge Dramatik 2013/2014. - Lysan war als Kind während des georgischen Bürgerkrieges geflohen. Sie ist daraufhin in Deutschland aufgewachsen, hat eine Ausbildung gemacht und lebt fast unscheinbar in der Mitte der Gesellschaft. Sebastian ist Wirtschafts- und Börsenjournalist. Seine anfänglichen Ambitionen, Kriegsberichterstatter zu werden, hat er auf Grund von Erfahrungen an der afghanischen Grenze an den Nagel gehängt.

Beide haben nichts miteinander zu tun und doch verbindet sie ein gemeinsames Schicksal.

 

Regie, Bühne und Kostüme: Silke Johanna Fischer

 

mit: Maria Schubert (Lysan Ali), Stefan Migge (Sebastian Kwidtke) und Christian Ruth (Therapeut – Off-Stimme)

 

Die nächsten Vorstellungen sind am 1. und 13. Juni 2014, jeweils 20.00 Uhr.

 

Der Chemnitzer Theaterpreis für junge Dramatik

In unserer heutigen beschleunigten und multimedialen Welt ist das Theater, als Fossil unter den Medien, ein entschleunigter Raum für Geschichte(n), ein Raum der Erinnerung an das, was aussteht, Vergangenheit und Zukunft, Gedächtnis und Teilhabe. Als nicht musealer, sondern sinnlich-lebendiger Gedächtnisraum wird Theater da bedeutsam, wo es den Zuschauer unversehens überrascht, berührt, aufwühlt und den Reizschutz durchbricht. In diesem Sinne waren junge Autoren aufgerufen, für das Theater Chemnitz ein Stück zu schreiben. Thematisch und formell sollte es an keine Vorgaben gebunden sein, denn es ging nicht darum, Ideen und Gedanken unter ein Motto zu pressen, vielmehr sollte in mehrfacher Hinsicht ein SPIELRAUM für Geschichten geschaffen werden.

Im Februar wurde das von einer mehrköpfigen Jury ausgewählte Stück prämiert: „Die Erben des Galilei“ von Martin Bauch. Das Stück erlebt nun unter Regie von Silke Johanna Fischer seine Uraufführung im Ostflügel des Schauspielhauses Chemnitz.

 

Aus der Begründung der Jury

„Martin Bauchs geschickte Dramaturgie stellt an den Leser hohe Anforderungen. Das Stück ist eine Verwebung aus dokumentarischem Material und fiktiven Dialogen. In einem Verlauf aus Rückblicken und Gegenwartsszenarien setzt sich eine Geschichte zusammen, die auf schmerzliche und zugleich spannende Weise die Frage nach einem so archaischen Thema wie Schuld und Sühne stellt. Der Autor konfrontiert uns in einfühlsamer und zugleich brutaler Art und Weise mit Menschen, denen der Krieg in Leib und Seele eingeschrieben ist. Martin Bauchs Figurenführung ist dabei stets überraschend, keine Figur ist durchschaubar, wir bekommen, wie in einem Krimi, Indizien und gerade wenn wir glauben, Figur oder Situation erfasst zu haben, treten Wendungen ein, die Realität und Erfahrung für Zuschauer und Figuren brüchig werden lassen. Nichts ist wie es scheint und am Ende ist alles ganz anders. Und wenn auch reale Kriegsszenarien ein handlungsauslösendes Moment sind, so geht es in dem Stück nicht vordergründig um den Krieg, sondern um die individuelle Auseinandersetzung mit den inneren Schlachtfeldern, die sich daraus ergeben und die sich in einem vermeintlich ganz normalen Leben ansiedeln. Der äußere Krieg wird zu einem Krieg im Inneren, der nicht nur weit weg von uns, sondern mitten in unserer Gesellschaft tobt.“

 

Martin Bauch, Autor

Martin Bauch, Jahrgang 1982, wuchs als jüngstes von vier Kindern in der Stadt Brandenburg auf und lebt dort noch heute. 2004 Beginn eines Jurastudiums. Nebenbei und um das Studium zu finanzieren, etablierte er gemeinsam mit Sebastian Hocke ein lokales Satire-Theater („Essvauvau“, später „Vogel & Vrei“). So gelang es ihm, ein erfolgreiches monatliches Bühnenprogramm in Brandenburg an der Havel zu etablieren. Zahlreiche Theaterinszenierungen mit verschiedenen Jugendtheatergruppen folgten. Seit 2008 organisierten und moderierten Hocke und Bauch zudem den Brandenburger Poetry Slam. Ein von Sebastian Hocke realisiertes Hörspiel, basierend auf Kurzdrama „Der Tod und die Kinder“ von Martin Bauch, der auch die Hörspielbearbeitung vornahm, gewann 2011 den 1. Platz beim Leipziger Hörspielsommer sowie den Chemnitzer Hörspielpreis „Hörnixe“. Nachdem er 2011 das 1. Juristische Staatsexamen ablegte, begann er ab Mai 2012 den juristischen Vorbereitungsdienst (Referendariat) beim Oberlandesgericht Brandenburg, die letzte Station im Referendariat absolviert er seit Januar 2014 beim Rechtsstaatsprogramm Südosteuropa in Bukarest. Martin Bauch war neben Schule, Studium und Referendariat stets als Autor und Regisseur in den Bereichen Theater, Film und Lesebühne aktiv. Mit „Die Erben des Galilei“ sendete er im Dezember 2013 zum ersten Mal ein von ihm verfasstes Theaterstück zu einem Wettbewerb ein.

 

 

 

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