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Uraufführung / Auftragswerk: "Jalta", Komödie von Lucas Svensson im Düsseldorfer Schauspielhaus

Premiere Samstag, 21. September 2013, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

Im Februar 1945 treffen sich in Jalta auf der Krim die Staatsmänner Winston Churchill, Franklin D. Roosevelt und Josef Stalin. Der Gipfel soll die neue Weltordnung, letztlich die Teilung Deutschlands besiegeln. Ein Intermezzo, ein Treffen der «Großen Drei» bei kaukasischem Champagner.

Der schwedische Autor Lucas Svensson nimmt das reale Ereignis und durchmischt Fakten mit Fiktion zu einer Polit-Farce mit scharfem Blick auf die drei Protagonisten. Roosevelts Deutschlandbild ist geprägt von Kneipen, Luther, Brezeln und Lederhosen. Er schlägt vor, Deutschland in fünf Teile zu teilen, und Preußen – darin ist er sich mit Churchill einig – zu isolieren. Für Stalin sind wiederum Fragen der Umsiedlung und deutsche Technik von Interesse. Verhandelt wird in diesem Jalta alles, was die Geschichtsbücher an Machtkampf hergeben. Und so, wie die historischen Fakten im Laufe des Stückes immer mehr aus der uns bekannten Ordnung gerückt werden, erobern sich Texte aus der Bibel und bekannter Literatur wie Macbeth und Pippi Langstrumpf die Münder der Helden und breiten ein ganz und gar europäisches Dilemma aus: Ist unsere Demokratie nun ein Auslaufmodell geworden?

Als die Ergebnislosigkeit der unendlichen Verhandlungen ihren Höhepunkt erreicht, beschließen die «Großen Drei» einen Blick auf das Schwarze Meer zu werfen, wo Churchill Panzerkreuzer liegen sieht, Stalin hingegen 600 Reiter, den berühmten Todesritt der britischen «Leichten Brigade» aus dem Krimkrieg von 1854. Roosevelt sieht mit dem Feldstecher einen Zeichentrickfilm mit Cowboys und Indianern. Schließlich entdeckt er am Strand einen Totenkopf. Alle rätseln, wem er wohl zugeordnet werden könnte, bis der Schädel plötzlich anfängt zu sprechen. Mittels Rückblenden in die Kriegsgeschichte und absurder Situationskomik entstehen Portraits von drei politischen Akteuren, ihren Denkstrukturen und Befindlichkeiten.

Regisseur Staffan Valdemar Holm wird die Machtspiele der Politiker und ihre vermeintliche Interessensgleichheit an der deklarierten Utopie von Freiheit und Demokratie hinterfragen.

Aus dem Schwedischen von Jana Hallberg

Mit

Imogen Kogge / Churchill

Karin Pfammatter / Roosevelt

Stina Ekblad / Stalin

Betty Freudenberg / Smith

Xenia Noetzelmann / Harry

Elena Schmidt / Lavrentij

Winfried Küppers / Kellner

Regie

Staffan Valdemar Holm

Bühne

Bente Lykke Møller

Kostüme

Bente Lykke Møller

Licht

Torben Lendorph

Dramaturgie

Stefan Schmidtke

26. September, 19.30 Uhr

27. September, 19.30 Uhr

29. September, 18.00 Uhr

2. Oktober, 19.30 Uhr

3. Oktober, 19.30 Uhr

11. Oktober, 19.30 Uhr

15. Oktober, 19.30 Uhr

22. Oktober, 19.30 Uhr

31. Oktober, 19.30 Uhr

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