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Uraufführung: "Zuckerland" von Julia Herrgesell, Theater Strahl Berlin

Premiere 15.03.2022, 19:30 Uhr, Kulturcentrum Die Weisse Rose (Martin-Luther-Straße 77, 10825 Berlin)

Zuckerland ist die dritte Produktion, die aus der Kooperation des Theater Strahl mit dem Studiengang „Szenisches Schreiben” der UdK Berlin entsteht. Dieses Mal haben das Theater Strahl und die Werkstatt „Schreiben für junges Publikum”, in deren Rahmen die Zusammenarbeit stattfindet, den Schwerpunkt auf Interaktivität gelegt.

 

 

Copyright: Theater Strahl Berlin

Zuckerland ist ein Stück über eine Vater-Tochter-Beziehung, in der die Tochter die Verantwortung für ihren Vater übernehmen muss, der psychisch erkrankt ist. Die Tochter ist dabei alles auf einmal: ein Kind, in Sorge um den Vater, eine rebellierende Jugendliche, und eine vorausschauende Erwachsene mit viel zu viel Verpflichtungen. Gemeinsam mit dem Publikum geht sie auf die Suche nach einer Richtung für ihr Leben. “Das Publikum ist ein wichtiger Teil der Inszenierung und nimmt unterschiedliche Positionen ein. Es nimmt die Rolle „der Freunde von Nebenan“ ein, leistet dem Vater Gesellschaft, wenn die Tochter geht, und teilt mit der Tochter eigene Erfahrungen.”, so die Autorin Julia Herrgesell.

Die Inszenierung, die seit Anfang Februar in wöchentlichen öffentlichen Proben weiterentwickelt wird, entpuppt sich im Laufe des Stücks als eine Art Workshop.
 Diesen gestalten die Schauspielenden zusammen mit dem Publikum jedes Mal neu. “Das ist eine sehr spannende Suche und wir haben schon viele interessanten Momente entdeckt, in den die Kraft des Textes und die Interaktivität aufeinandertreffen”, sagt der Regisseur Bjørn de Wildt.

Mit Zuckerland lenkt Theater Strahl Aufmerksamkeit auf Themen, die wenig Raum in der Öffentlichkeit erhalten: Die Belastung von Kindern- und Jugendlichen, deren Eltern ihrer Fürsorgepflicht nicht ausreichend nachkommen können und die Bedeutung von psychischen Krankheiten für die Angehörigen der Betroffenen und ihre Umgebung. Das interaktive Stück vermittelt, dass es okay ist, die Verantwortung für das eigene
 Leben nicht nur auf den eigenen Schultern zu tragen, sondern offen darüber zu sprechen und sich Unterstützung zu holen.

Als Kooperationspartner für diese Inszenierung konnten die Jugendnotmail Berlin (in Kooperation mit dem Kinderschutz-Zentrum Berlin) sowie Locating Your Soul gewonnen werden. Das Online-Beratungsangebot Jugendnotmail Berlin steht Jugendlichen zwischen 10 und 19 Jahren mit vertraulicher Hilfe bei Krisen, Gewalterfahrungen oder psychosozialen Problemen zur Seite. Locating Your Soul ist eine Plattform, auf der sich junge Menschen, die Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen machen – sei es als Betroffene, als Angehörige oder als Freunde der Betroffenen –, austauschen können. Im Rahmen der Zusammenarbeit bieten Jugendnotmail Berlin und das Kinderschutz-Zentrum Berlin regelmäßige Nachgespräche für pädagogische Fachkräfte an. Darin stellen Expert*innen Handlungsmöglichkeiten für Pädagog*innen vor.

Über Bjørn de Wildt  
Bjørn de Wildt (1980) wuchs in den Niederlanden auf und schloss dort 2008 sein Regiestudium an die Theaterakademie Tilburg ab. Er entwickelte Theaterproduktionen für die niederländische freie Szene, unterrichtete als Theaterdozent und spielte in verschiedenen Theaterproduktionen. Seit 2011 arbeitet er als freier Regisseur und Theaterpädagoge in Berlin für u.a. die Neuköllner Oper, das Theater Strahl, das junge Deutsche Theater und das junge Staatstheater Karlsruhe. Seine Produktion ‚Orpheus Optimal’ mit der jungen Neuköllner Oper ist 2019 zum Theatertreffen der Jugend eingeladen worden.
 
Über Julia Herrgesell
Julia Herrgesell studierte Angewandte Medien und Literatur in Hamburg. Nach produktionsbezogenen Assistenzen als Gast-Regieassistentin am Thalia Theater folgte schließlich eine Anstellung als Regieassistentin am Luzerner Theater in der Schweiz. 2019 schrieb und inszenierte sie dort auf der kleinen Bühne ihr erstes eigenes Projekt, den Recherchetheatertext „Alle Farben“. Seit April 2020 arbeitet Julia als freie Produktionsassistentin und Autorin in Hamburg und studiert Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Ihr Stück „Echtzeit-Komplizen“ wurde im Januar 2022 am Landestheater Detmold digital uraufgeführt. Weitere Stücke wie „Warten auf Gewitter“ und „Gefährten“ wurden bereits an verschiedenen Spielstätten in Berlin umgesetzt.

Regie: Bjørn de Wildt
Ausstattung: Gwendolyn Noltes
Theaterpädagogik: Jannina Brosowsky
Regieassistenz: Kathrin Reindl

Es spielen:
Sarah El-Issa
Florian Denk

Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR.

Termine im März und April

Di            15.03., 19:30 Uhr – Premiere
Do         17.03., 11:00 Uhr  
Fr           18.03., 10:00 Uhr
Di            05.04., 18:00 Uhr – Für Lehrkräfte kostenfrei
Mi            06.04.,11:00 Uhr
Do           07.04., 11:00 Uhr
Fr            08.04., 10:00 Uhr

Weitere Termine bis Juli: www.theater-strahl.de/zuckerland/
Ort: Die Weisse Rose (Martin-Luther-Straße 77, 10825 Berlin)

 

 

 

 

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