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Uraufführung: "Die Rückkehr aus Davos", Zweite Oper der Trilogie über das Begehren von Macht; Musik und Text Stanislav Rosenberg, Kammeroper Frankfurt

Uraufführung: Freitag 10. Oktober 2025, 19.30 Uhr, Unitarische Freie Religionsgemeinde, Fischerfeldstraße 16, 60311 Frankfurt am Main

08.10.2025
Kategorien: Deutschland, News, Oper

Es war nicht alles schlecht an Corona: Der „musikalische Alleskönner“ (FR) Stanislav Rosenberg schrieb damals für die Kammeroper Frankfurt eine erfolgreiche Oper "Der Titel oder Die Reise nach Davos". Die strengen Corona-Auflagen brachten ihn, den Pianisten, Dirigenten, Komponisten, langjährigen Tausendsassa der Klassik und der Kammeroper dazu, eine Monooper, also eine Oper für eine einzige Stimme zu komponieren und es geschah etwas Unerwartetes: Publikum und Kritik liebten 2021 diese „wunderbar auskomponierte“ (FR) Oper mit ihrer Mischung aus Groteske und modernem Melodram und die charismatische Stimme und Präsenz der Sängerin Dzuna Kalnina in der Titelrolle.

© Martin Pudenz

Die Presse pries, wie sie „die Stimme hochschraubt, nach unten fallen lässt, ächzt, wispert, die reine Hingabe!“ Und die Kammeroper bewies, dass zeitgenössische Oper selbst in einer reduzierten Version ihren Weg in die Ohren und Herzen des Publikums finden kann. Das einsame, aber schöne Kind der Krise bekommt diesen Oktober 2025 eine Schwester: Stanislav Rosenberg hatte sein Libretto schon damals als Trilogie angelegt und den zweiten Teil gibt es jetzt ab 10. Oktober: 
"Die Rückkehr aus Davos". Die ambivalente Titelheldin (im doppelten Sinne), die in der ersten Oper auf dem Weg zum Weltwirtschaftsforum in Davos mit ihrem übergriffigen Doktorvater einerseits und ihren eigenen Dämonen andererseits kämpfte, aber scheinbar unaufhaltsam weiter und weiter aufstieg, kommt in der zweiten Oper in schwere Gewässer. Ein Skandal um ihre Doktorarbeit zieht herauf. Sie sucht verzweifelt nach einem Ausweg. 

Dieses Mal hat sie eine Mitstreiterin, ohne dass Rosenberg die Gesetze des Monodramas aber im eigentlichen Sinn missachten würde. Denn ihre ständige Begleiterin und Mitverschworene gegen den Rest der Welt ist keine Person, sondern eine KI, die allerdings von einer echten Sängerin gesungen und auf der Bühne dargestellt wird: Nicola Montfort, die 2024 in der Kammeropernproduktion „Das Schloss am Ende der Straße“ brillierte. Komponiert hat er ihren Part auch ohne jeglichen KI-Einsatz, zudem entstand das Libretto vor dem großen Hype. Dennoch dürfte Rosenbergs Oper das erste Mal sein, dass die KI auf einer Opernbühne erscheint. Seine Komposition spielt vergnügt mit post(traumatischer) Romantik, Pseudo-Barock, Belcanto oder bietet auch mal eine verschattete Swing Nummer. Die Oper ist wie der Komponist selbst sagt: „ein Musikkabinett des Dr. Caligari“.

Nach ihrem erfolgreichen Engagement für eine gegen den Strich gebürstete Operette diesen Sommer im Palmengarten („Der Vetter aus Dingsda“, „Ein unerhörter Operettensalon“) wechselt die Kammeroper im Herbst  „to something completely different“. 

Leitung: Stanislav Rosenberg, Rainer Pudenz, Frank Keller,
Katharina Kraatz, Bert Bresgen, Viviana Villalobos

Mitwirkende: Dzuna Kalnina, Nicola Montfort u. a.
und das Ensemble der Kammeroper Frankfurt

Weitere Aufführungen:  Freitag 17., Samstag 18., Dienstag 21. und Donnerstag 23. Oktober 2025  Beginn jeweils 19.30 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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