Jeder Prinz, der sie heiraten möchte, muss drei Rätsel lösen. Die Köpfe der
sieglosen Bewerber zieren die Zinnen des Kaiserpalastes. Doch als ein unbekannter Prinz alle drei Rätsel löst, gerät Turandots Welt ins Wanken. Sie versucht alles, um dem fremden Mann nicht gehören zu müssen. Das Rätsel „Frau“ dominiert zahlreiche Werke des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. In vielen Varianten wird die Gefahr, die Bedrohung und die Tödlichkeit des weiblichen Körpers für den Mann erzählt.
Puccinis eiskalte Prinzessin Turandot ist sicher eine der unnahbarsten und blutrünstigsten Versionen der femme fatale in der Kunst. Turandot bedroht ihr ganzes Volk mit dem Tod, sie spannt alle Untertanen als Denunzianten ein, um den Namen des unbekannten Mannes herauszubekommen, sie scheut vor sadistischer Erpressung und Folter nicht zurück. Niemand wagt, ihr zu widersprechen, sie ist die unbestrittene Führerin einer unterdrückten Gesellschaft, die sie nach Belieben manipuliert. Puccini schafft in seiner Musik eine völlig eigene Welt. Nur vordergründig klingt seine Partitur irgendwie chinesisch. Maschinell anmutende Rhythmen, architektonische Schichtungen von Klängen und eine Motivik, die schon die Minimal Music vorausahnt, führen den Hörer in eine geradezu futuristisch anmutende Atmosphäre, die viel mehr nach science fiction als nach Historienspektakel klingt.
musikalische leitung will humburg
regie andrea moses
dramaturgie michael dißmeier
ausstattung christian wiehle
choreinstudierung markus oppeneiger
mit catherine foster / claudia iten, larissa krokhina, frieder aurich, alexander günther, artjom korothov*, philipp meierhöfer / hidekazu tsumaya, günter moderegger / klaus gerber, ki-chun park / pieter roux, mitglied des thüringer opernstudio
opernchor des deutschen nationaltheaters weimar, philharmonischer chor weimar, chor die ameisenkinder des goethegymnasiums weimar, es spielt die staatskapelle weimar

