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Tony Kushner »Homebody/Kabul«, Staatsschauspiel Dresden

27.03.2008

neubau-Premiere am 4. April 2008, 20.00 Uhr, Kleines Haus

Eine Reise nach Afghanistan. Weit vor dem 11. September 2001. »Homebody« (auf deutsch »Stubenhocker«) ist die Rolle einer Engländerin, die ihre eigenen Grenzen durchbrechen will und von der Fremde träumt.

Liebeshungrige Fantasien, Schuldgefühle, Sehnsüchte entwickeln sich da: Afghanistan mit seiner bewegten 3000-jährigen Geschichte wird zur perfekten Projektionsfläche für echtes Leben und Leidenschaft. Der Traum schlägt um in Realität. Homebody ist tatsächlich in das vom Krieg zerstörte und von den Taliban beherrschte Land gereist. Nun müssen Ehemann Milton und Tochter Priscilla nachreisen: Wurde Homebody buchstäblich zerrissen, als sie sich unverschleiert und mit Walkman im Ohr auf vermintes Gelände begab, wie der Arzt Qari Shah beschreibt? Oder hat der Huthändler Zai Garshi Recht, der behauptet, Homebody sei zum Islam konvertiert und habe einen Muslim geheiratet? Eine abenteuerliche Suche beginnt.

Der amerikanische Dramatiker Tony Kushner hat ein genau recherchiertes Stück über Afghanistan geschrieben, das viel von westlichen Fantasien und Missverständnissen dem Orient gegenüber erzählt - und von der Schnittstelle zwischen Klischee und Realität. Die Reise im Stück findet im Jahr 1998 statt. Ganze zehn Jahre später brechen wir nun in ein Afghanistan auf, das mehr denn je in unseren Köpfen wie auf dem politischen Reißbrett eine Konstruktion ist.

Deutsch von Frank Heibert

Regie Nina Gühlstorff Bühne Petra Schlüter-Wilke Kostüme Markus Karner Mit Marianna Linden, Nicola Ruf, Evamaria Salcher, Lars Jung, Seán McDonagh, Andreas Rehschuh und Kai Roloff

Nächste Vorstellung am 21. April 2008, 20.00 Uhr

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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