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Thomas Bernhard, "Vor dem Ruhestand", Theater in der Josefstadt Wien

Premiere Do, 5. September 2013, 19.30 Uhr. -----

Rudolf Höller feiert mit seinen Schwestern jedes Jahr, am 7. Oktober, Heinrich Himmlers Geburtstag; man verriegelt das Haus, Rudolf zieht sich die SS-Uniform an, Schwester Vera hüllt sich in Brokat, Schwester Clara, die gelähmt im Rollstuhl sitzt, wird gemartert.

Rudolf ist der Held der Komödie, Clara ihr scheinbar wehrloses Opfer. Und Vera ist die Regisseurin: in endlosen Gesängen feiert sie Rudolf und das gute Deutschland, verdammt sie Clara, die aufsässig ist

und missgelaunt und sogar linke Literatur und "schmutzige Zeitungen" liest.

Im Umfeld der damals, 1979, in Deutschland stattfindenden Diskussion um den Marinerichter und

späteren Ministerpräsidenten Hans Karl Filbinger schrieb Bernhard ein Stück, in dem er nach den tiefliegenden Ursachen für das Fortbestehen von faschistischem Denken sucht. Er findet sie imAlltag. Mit ungeheurer poetischer Kraft gelingt es Bernhard, das Grauen im banalen Gespräch zumVorschein zu bringen, wobei die Zuspitzung zu einem kaum glaubhaften Irrsinn tatsächlich von der Realität nicht weit entfernt ist.

Regie Elmar Goerden

Bühnenbild Ulf Stengl, Silvia Merlo

Kostüme Lydia Kirchleitner

Musik Matteo Fargion

Rudolf Höller,

Gerichtspräsident und ehemaliger SS-Offizier Michael Mendl

Vera, seine Schwester Nicole Heesters

Clara, seine Schwester Sona MacDonald

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