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"Theseus" von Georg Friedrich Händel in der Komischen Oper Berlin

03.02.2008
Kategorien: Deutschland, News

Premiere So | 10.02.2008 | 19:00 Uhr

Theseus, der strahlende Held, der den Minotaurus erschlagen und Ariadne in den Selbstmord getrieben hat, liebt Agilea, und diese liebt ihn wieder.

Doch Medea, die von Iason verratene Mörderin ihrer Kinder, die am Königshof von Athen Zuflucht gefunden hat, liebt Theseus ebenfalls und setzt alles daran, ihn für sich zu gewinnen. König Ägeus hat sich in Agilea verliebt und will sie zu seiner Frau machen. Kurzerhand gibt er seinen ursprünglichen Plan auf, Medea zu heiraten, und tritt sie seinem Sohn ab. Medea, die Agilea nicht zwingen kann, auf Theseus zu verzichten, macht dem König klar, dass der Held ihm gefährlich werden könnte. Ägeus glaubt ihr und will seinen Feldherrn vergiften. Doch im letzten Moment erkennt er in Theseus seinen verlorenen Sohn und lässt Medeas Plan scheitern. Die gedemütigte und verzweifelte Frau besteigt ihren Drachenwagen und würde alles in Schutt und Asche legen, wenn nicht eine höhere Macht eingreifen, Medea aus Athen vertreiben und Theseus und Agilea zusammengeben würde.

Was auf den ersten Blick nur als verwirrende Liebes- und Intrigengeschichte erscheint, ist eine konsequente Auseinandersetzung mit dem Thema, das den Musikdramatiker Händel zeitlebens beschäftigt hat: die Unvereinbarkeit von politischer Rolle und menschlichem Wesen des Rollenträgers. Händels Musik ist durchtränkt von tiefer Melancholie über die Unmöglichkeit von Liebe in einer politisch eingerichteten Welt, wo der Mensch seinem Herzen nicht bedingungslos folgen kann. Aber unüberhörbar spricht diese Komposition in ihrem jugendfrischen Charme und ihrem außergewöhnlichen Farbenreichtum auch von Händels unerschütterlichem Vertrauen in die Kraft des Menschen, in die Kraft der Liebe, die die Welt verändern und sie vielleicht auch irgendwann bewohnbar machen kann.

Georg Friedrich Händels achte Oper war einer der größten Erfolge seiner Laufbahn und eine entscheidende Etappe in der Entwicklung des Hallensers zu einem der wichtigsten englischen Komponisten.

Musikalische Leitung ... Alessandro de Marchi

Inszenierung ... Benedikt von Peter

Bühnenbild ... Natascha von Steiger

Kostüme ... Katrin Wittig

Dramaturgie ... Werner Hintze

Licht ... Franck Evin

Video ... Superjeans

Theseus ... Elisabeth Starzinger

Agilea ... Marina Rebeka

Medea ... Stella Doufexis

Egeus ... Hagen Matzeit

Clizia ... Karolina Andersson

Arcane ... David DQ Lee

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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