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Themenwochenende "Der neue Mensch" am 15./16.1.2011 am Schauspiel Stuttgart

Ein Themenwochenende, das im Umfeld der Premiere von Thomas Dannemanns Inszenierung von Bertolt Brechts "Der gute Mensch von Sezuan" (Sa. 15.1.11, 19.30 Uhr, ARENA) stattfindet.

 

In Zeiten großer gesellschaftlicher Umbrüche wird der Ruf nach einem "Neuen Menschen" laut.

Am Beginn des 20. Jahrhunderts trafen Lebensreformkonzepte, avantgardistische Kunstbewegungen, technische Innovationen und politische Utopien aufeinander, wovon Fritz Langs Film "Metropolis" ein bildmächtiges Zeugnis ablegt. Heute werfen Globalisierung, Gen- und Hirnforschung neue Fragen nach unserem Menschenbild auf, die in unserem Themenwochenende theatral und diskursiv beleuchtet werden sollen.

 

Die Performance "Der neue Mensch" der Hamburger Künstlergruppe Ligna stellt die Körpermodelle der historischen Avantgardisten Brecht, Meyerhold, Laban und Chaplin vor - und zwar nicht nur zum Anschauen, sondern zum Mitmachen. Prof. Klaus Mainzer widmet sich in einem Vortrag der Frage nach menschlicher und künstlicher Intelligenz. Und in Tischgesprächen stellen sich Experten den Fragen der Zuschauer.

 

Sa 15.1., 17.30 Uhr, und So 16.1., 14.00 Uhr, NIEDERLASSUNG Türlenstraße / WERKHALLE

2 Vorstellungen der Performancegruppe LIGNA "Der neue Mensch"

Das performative Hörspiel DER NEUE MENSCH der Hamburger Künstlergruppe LIGNA lädt das Publikum zum Mitmachen ein. Über Kopfhörer werden den Zuschauern Gesten, Bewegungen und Übungen vorgeschlagen, um sie mit Entwürfen und Theorien zu einem „neuen Menschen“ und einer besseren Gesellschaft der vier historischen Avantgardisten Bertolt Brecht, Wsewolod Meyerhold, Rudolf von Laban und auch Charlie Chaplin vertraut zu machen. Das Publikum wird in Gruppen unterteilt und nimmt im Verlauf der Aufführung jede der vier verschiedenen Position einmal ein. Somit initiiert Lignas „Theater ohne Bühne“ kollektive Bewegungen und macht ungeahnte Handlungsfähigkeiten sichtbar.

Weitere Informationen auch unter: www.ligna.blogspot.com <http://www.ligna.blogspot.com>

 

So 16.1., 11.00 Uhr, NIEDERLASSUNG Türlenstraße / BOX

Vortrag von Prof. Klaus Mainzer

In seinem Vortrag beschreibt der Philosoph und Komplexitätsforscher Prof. Klaus Mainzer, Ordinarius des Lehrstuhls für Philosophie und Wissenschaftstheorie sowie Direktor der Carl von Linde-Akademie an der TU München, wie neueste Entwicklungen in den Naturwissenschaften die Grenze zwischen Mensch und Maschine zunehmend verschwimmen lassen.

Der Wissenschaftstheoretiker Klaus Mainzer beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit komplexen Systemen, der Chaostheorie und der Künstlichen Intelligenz aus einer philosophischen Perspektive. Er studierte Mathematik, Physik und Philosophie an der Universität Münster. Ab 1981 war er Professor für die Grundlagen und die Geschichte der Exakten Wissenschaften an der Universität Konstanz, von 1985 bis 1988 Prorektor der Universität Konstanz. Von 1988 bis 2008 war er Professor für Wissenschaftsphilosophie und Direktor des Instituts für Philosophie an der Universität Augsburg sowie seit 1998 Direktor des Interdisziplinären Instituts für Informatik. Seit 2008 hat er den neuen Lehrstuhl für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der Technischen Universität München (TUM) inne und ist dort zugleich Direktor der interdisziplinären Carl von Linde-Akademie. Zu seinen Veröffentlichungen zählen "KI - Künstliche Intelligenz. Grundlagen intelligenter Systeme" (2003), "Computerphilosophie" (2003), "Der kreative Zufall. Wie das Neue in die Welt kommt" (2007), "Komplexität" (2008) und zuletzt "Leben als Maschine? Von der Systembiologie zur Robotik und Künstlichen Intelligenz" (2010). www.cvl-a.de

 

Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Klaus Mainzer am So 16.1. diskutieren Experten aus Wissenschaft und Literatur in Tischgesprächen gemeinsam mit den Zuschauern über Möglichkeiten und Risiken einer „Optimierung“ des Menschen:

 

Prof. Dr. med Peter Dreger (Leiter Sektion Stammzelltransplantation, Universität Heidelberg), Dr. Bernd Flessner, (Literaturwissenschaftler, Universität Erlangen), Prof. Dr. med Günter Germann (Plastischer Chirurg, Heidelberg), Sascha Mamczak (Redakteur und Herausgeber von Science Fiction-Literatur, München) und Krystian Woznicki ( Medientheoretiker und Kulturproduzent, Berlin)

 

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