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Themenwoche „Panik & Religion“ am Theater Freiburg

14.-19. Mai 2013. -----

Drei Premieren loten das Spannungsfeld zwischen Politik und Religion aus. Warum sprechen wir in einer säkularisierten Gesellschaft angesichts des globalen Bewusstseins wieder von einer Rückkehr der Religionen?

War die radikale »Priva ti sie rung von Religion« hilfreich für eine »Politik der Freiheit«? Wie begegnen wir dem weltweiten Erstarken fundamentalistischer und extremistischer Bewegungen? Was sind

unsere Götter? Der Spielzeitschwerpunkt kulminiert in einer Themenwoche mit internationalen Gästen aus Wissenschaft und Kunst – mit Zeitzeugengesprächen, Bild und Tondokumenten, Diskussio nen auf allen Bühnen des Theaters und auf der temporären Naturbühne »Gutleutmatten«.

di. 14.5.13, 20 uhr, gutleutmatten, premiere

Ich GLAUb SchON (Schauspiel) PREMIERE

Ein Dokumentarstück über Glaubensbekenntnisse

Wir werden in eine religiöse Zugehörigkeit hineingeboren, werden durch unsere Familien zu Christen, Juden oder Muslimen gemacht. Oder vogelfrei der säkularen Gesellschaft überlassen. Und dann kommt der Punkt im Leben, an dem man sich selbst noch einmal zum Gläubigen macht, sich bewusst dafür entscheidet, oder dagegen, konvertiert oder indifferent bleibt. Auf den Gutleutmatten, zwischen Bäumen, Gräsern, Vögeln und gut getarnten Erd- und Holzkonstruktionen begegnen einem sieben junge Menschen, die sich bewusst für ein Leben mit dem Glauben entschieden haben: sie sind angehende katholische Priester oder genau das nicht mehr, Freiburger Muslimas oder Jüdinnen, die Lehramt studieren, eine alleinerziehende katholische Theologin, Pastorentochter mit Fluchtgeschichte oder muslimischer Koch, der seine Glaubensgemeinschaft in einer badischen Traditionsküche findet. Sie führen die Besucher der Gutleutmatten durch ihre Gedanken, Überzeugungen und Visionen.

mi. 15.5.13, 20 uhr, kleines haus, premiere

DANIEL STEIN

Schauspiel nach dem Roman von Ljudmila Ulitzkaja

in einer Fassung von Heike Müller-Merten

In den 50ern bricht ein zutiefst verstörter junger Mann von Polen auf, um in Israel eine Kirche nach urchristlichem Vorbild zu errichten und darin die weltanschaulichen, religiösen und politischen Gräben des blutigen Jahrhunderts zu überbrücken. Daniel Stein nennt die russische Autorin Ulitzkaja den Helden ihres Romans, in dem sie wesentliche Stationen des Lebensweges des Juden Oswald Rufeisen abbildet. Er floh als Halbwüchsiger vor den deutschen Besatzern, seine Deutschkenntnisse ermöglichten Tarnung und neue Identität. Gezwungenermaßen arbeitete er für die Gestapo. Er rettete das Leben hunderter Juden und Kommunisten und überlebte selbst drei Todesurteile. Er haderte mit Gott und gab sich doch wieder in seine Hände, konvertierte zum christlichen Glauben. Nach Partisanenkrieg gegen die Deutschen, Bekanntschaft mit dem stalinistischen NKWD und dem Antisemitismus im Nachkriegspolen gilt seine Hoffnung dem Staat Israel. »Bruder Daniel« wird in den Beschreibungen jener lebendig, die seinen Lebensweg zwischen Russland, Boston und Haifa kreuzten. Der Romanheld Daniel Stein kommt bei einem mysteriösen Unfall ums Leben.

do. 16.5.13, 19 uhr, winterer-foyer, diskussion

ZEITZEUGENGESPRÄch

mit Judith Moser-Fendel

20 uhr, gutleutmatten

Ich GLAUb SchON (Schauspiel)

anschl. Gespräch mit Werner Kohler, kath. Regionaldekan

21 uhr, werkraum

mAKING Of hISTORY (Film, 45 Min.)

anschl. Publikumsgespräch mit den Filmemachern

und Prof. Werner Ustorf, Birmingham University

fr. 17.5.13, 20 uhr, kleines haus

DANIEL STEIN (Schauspiel)

20 uhr, kammerBÜhne

mESmER (Tanz)

sa. 18.5.13, 16 uhr, winterer-foyer, diskussion

ExTREmISmUS ALS RELIGION

19 uhr, grosses haus: premiere

GOTTES KLEINER KRIEGER (Musical)

Bollywood-Musical nach dem Roman von Kiran Nagarkar

Mit Unterstützung der TheaterFreunde Freiburg

Kiran Nagarkar, einer der wichtigsten zeitgenössischen indischen Autoren, hat eine Geschichte über Extremismus und religiösen Fanatismus geschrieben, die von einem ungleichen Brüderpaar erzählt. Zia, schon als Kind ein mathematisches Genie, hält sich für auserwählt, die islamische Welt zu vereinigen und entwickelt sich zu einem hochmodernen extremistischen Charakter, der mit seinen Aktienspekulationen radikale religiöse Organisationen finanziert. Zia ist Faust und Mephistopheles in einer Person und wechselt im Laufe seines Lebens dreimal die Religion. Sein hypochondrischer Bruder Amanat dagegen glaubt an nichts anderes als den Zweifel und schlägt sich als erfolgloser Drehbuchautor im Bollywood Filmgeschäft durch. Für die Bühnenfassung von »Gottes kleiner Krieger« wird die Auseinandersetzung mit Extremismus in Zeiten der Globalisierung auf der schillernden Folie einer Bollywoodsaga verhandelt, die Schauspiel, Tanz und Musik zu einer gemeinsamen Form vereint.

so. 19.5.13, 11 uhr, gutleutmatten

PfINGSTfRÜhSTÜcK Im GRÜNEN

17 uhr, grosses haus

PARSIfAL (Oper)

20 uhr, kleines haus

DIE JUNGfRAU vON ORLEANS (Schauspiel)

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