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Shakespeares "Romeo und Julia" im Nationaltheater Manheim

Premiere am Sa. 15.11. um 20.00 Uhr im Schauspielhaus

Eine Liebe auf Messers Schneide. Gegen den Hass, von dem ihre Heimatstadt Verona und ihre beiden wohlhabenden Familien zerfressen sind, behaupten sich Romeo und Julia.

Nicht von guten Ratschlägen und nicht von Befehlen ihrer Eltern, die für ein marodes System aus Feindschaft, Stolz und Sturheit stehen, lassen sie sich einschüchtern. Auch nicht von der Heiratspolitik, die Romeos mächtiger Konkurrent Paris in Julias Elternhaus betreibt. Sie haben sich die Liebe ausgewählt als Mittel ihrer Rebellion und ihres Ungehorsams. Heimlich treffen sie sich, heimlich heiraten sie, und heimlich vereinigen sie sich. Zuerst in der Hochzeitsnacht, später noch radikaler und auf ewig im gemeinsamen tragischen Liebestod. Die Liebe ist stärker als alles, stärker selbst als der Tod, so scheint uns Shakespeare mit zwei blutjungen Leichen, die am Ende von aller Welt beweint werden, zu verkünden.

In ein dramaturgisch meisterhaftes Gerüst, das vor allem von ungezügelten Gefühlsausbrüchen und überhasteten Entscheidungen vorangetrieben wird, hat Shakespeare die Geschehnisse gekleidet. Kaum vier Tage liegen zwischen dem ersten Kuss und dem tragischen Doppeltod in der Gruft. Viele Pläne werden dazwischen geschmiedet, viele schnelle Anordnungen getroffen. Das Räderwerk des tragischen Schicksals aufhalten können sie alle nicht. Die berühmteste aller Liebesgeschichten, die Shakespeare in ein pestkrankes Mittelalter verlegt hat, stellt auch die Frage nach dem Mißverhältnis zwischen der geglaubten Planbarkeit des Lebens und den Tücken des Zufalls und des Schicksals.

Es inszeniert Marcus Lobbes, der nach zahlreichen Regiearbeiten vor allem im zeitgenössischen Musiktheater zuletzt auch sehr erfolgreich im Schauspiel inszenierte. Für seine Freiburger Inszenierung von Felicia Zellers Kaspar Häuser Meer wurde er in der Kritikerumfrage von Theaterheute zum Nachwuchsregisseur des Jahres gewählt.

Für seine Mannheimer Inszenierung des Klassikers von William Shakespeare hat er eine auf acht Figuren konzentrierte Fassung erarbeitet, die die Sprache Shakespeares in den Mittelpunkt stellt. Taner Sahintürk und Silja von Kriegstein werden als Romeo und Julia auf der Bühne stehen.

Inszenierung Marcus Lobbes, Bühne und Kostüme Christoph Ernst

Mit Silja von Kriegstein (Julia), Taner Sahintürk (Romeo), Jacques Malan (Lorenzo), Michael Fuchs (Mercutio), Almut Henkel (Capulet), Thorsten Danner (Paris), Jens Atzorn (Tybalt),Peter Pearce (Escalus)

Weitere Vorstellungen am Mi. 19.11. um 20.00 Uhr, am So. 23.11. um 15.00 Uhr und am Do. 27.11. und So. 30.11. jeweils um 19.30 Uhr

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