Die Bühne von Christin Vahl und die Kostüme von Sebastian Ellrich geben den Blick auf das Land Phantasien frei. Da erhalten der tapfere Atreju, sein Pferd Artax und der furiose Glücksdrache Fuchur den gefährlichen Auftrag, der sterbenskranken kindlichen Kaiserin zu helfen, die von Josephine Köhler glaubwürdig gespielt wird. Simon Löcker mimt facettenreich Atreju, während sein Pferd Artax von Marco Massafra gespielt wird. Er gibt auch dem Glücksdrachen Fuchur sowie dem Felsenbeißer Leben, der zudem von Amelie Sarich dargestellt wird. Sie sollen schnell nach einem Menschenkind suchen, das ihr einen neuen Namen geben kann. So soll der nahende Untergang Phantasiens verhindert werden. Nach dringender Hilfe wird ebenso für die Felsenbeißer, Schlamuffen, Rennschnecken, Irrlichter und für die uralte Morla gesucht, die das Land Phantasien in unheimlicher Weise beherrschen.
Der alte Souffleur Karl Konrad Koreander hat auch ein Buch mitgebracht, dessen Buchdeckel zwei ineinander verschlungene Schlangen ziert. Phantasien wird von einem düsteren "Nichts" bedroht, das alles zu verschlingen droht. Vom altehrwürdigen Cairon erhält Atreju im Buch den Auftrag, der kindlichen Kaiserin zu helfen. Gemeinsam und mit viel Phantasie wenden die Protagonisten das Verderben schließlich ab, weil Bastian Phantasien neues Leben schenkt. Und er nennt die kindliche Kaiserin "Mondenkind". Der Glücksdrache hat daran großen Anteil, weil er auch den Werwolf unschädlich macht. In weiteren Rollen überzeugen noch Marietta Meguid als uralte Morla, Uyulala, Ygramul, Nachtalb und Michael Stiller als Cairon und Gmork sowie Amelie Sarich als Rennschnecke.
Die einfallsreiche Musik von Günter Lehr rundet das Geschehen ab. Da huschen immer wieder zahlreiche Spukgestalten und Windriesen über die Bühne, die plötzlich die Welt bedeutet. Es ist die Intention der Inszenierung, dass die Darsteller selbst zu Phantasiemenschen werden. Das Zusammenspiel aller Beteiligten im Video-, Design- und Lichtdschungel sei nicht immer einfach gewesen, betont das Produktionsteam. Herausgekommen ist nun aber doch eine beachtliche Parabel über die unglaubliche Macht der Phantasie, deren Zauber nicht zu bremsen ist. Aus einem einzelnen, leuchtenden Sandkorn entsteht eine neue Welt. So beginnt Bastian am Schluss wieder zu suchen: "Bist du noch da, Mondenkind? Ich komme wieder, immer wieder..."
Insbesondere bei den kleinen Zuschauern kam diese Vorstellung sehr gut an.


