Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
SCHAUSPIEL STUTTGART: "Judith" nach Friedrich Hebbel/Antonio Vivaldi bei den Salburger FestspielenSCHAUSPIEL STUTTGART: "Judith" nach Friedrich Hebbel/Antonio Vivaldi bei den...SCHAUSPIEL STUTTGART:...

SCHAUSPIEL STUTTGART: "Judith" nach Friedrich Hebbel/Antonio Vivaldi bei den Salburger Festspielen

Premiere bei den Salzburger Festspielen 2009: Mo 27. Juli 2009, 19.30h, Perner-Insel Hallein

(Premiere in Stuttgart: Samstag 10. Oktober 2009, 19.30 Uhr, Schauspielhaus)

 

Das apokryphe 'Buch Judit' aus der Bibel erzählt die Errettung der Stadt Betulia durch Judith als Triumph des Schwachen über das Starke.

Gott befreit sein Volk aus der Belagerung durch den scheinbar unbesiegbaren assyrischen Feldherrn Holofernes "durch die Hand einer Frau". Was aus der Perspektive der bedrohten Israeliten die zu bewahrende Ordnung erhält, erweist sich durch die spezifische Grausamkeit dieser Tat jedoch als "zweischneidiges Schwert": Judit schlägt dem Holofernes mit seinem eigenen Schwert den Kopf ab.

Insofern verbindet sich in der Folge mit Judith nicht nur das Bild einer Tugendheldin, sondern auch das Schreckbild einer fatalen Weiblichkeit, die der tradierten männlichen Überlegenheit in der Maske der Verführung zu Leibe rückt.

 

Diesem Skandalon, das zweitausend Jahre Kulturgeschichte in Gang gesetzt hat, wie die zahllosen künstlerischen Darstellungen des Motivs am eindrucksvollsten beweisen, ist die Inszenierung von Sebastian Nübling auf der Spur. Hebbels Drama aus dem 19. Jahrhundert, Vivaldis Oratorium von 1716, der Bibeltext sowie zeitgenössisches Material sind die Bausteine dieser szenischen Erkundung mit Sängern und Schauspielern, Frauen und Männern.

 

Sebastian Nübling - dem Stuttgarter Publikum bekannt durch seine Schauspiel-Inszenierungen "I Furiosi" und "Reiher (Herons)" sowie "Carmen" an der Staatsoper Stuttgart - stellte sich nach Arbeiten in Basel und Hannover 2004 erstmals bei den Salzburger Festspielen vor mit einer Inszenierung von Christopher Marlowes "Edward II". Derzeit arbeitet er kontinuierlich an den Münchner Kammerspielen, dem Schauspiel Hannover und dem Hamburger Schauspielhaus. Zahlreiche seiner Inszenierungen wurden zu Festivals sowie dem Berliner Theatertreffen und den Mülheimer Theatertagen eingeladen.

 

Eine Koproduktion von Schauspiel Stuttgart, Staatsoper Stuttgart und den Salzburger Festspielen 2009

 

Regie: Sebastian Nübling, Komposition: Lars Wittershagen, Musikalische Leitung: Lutz Rademacher, Jörg Halubek, Bühne und Kostüme: Muriel Gerstner, Licht Gérard Cleven, Dramaturgie Kekke Schmidt, Xavier Zuber

 

Mit: Jonas Fürstenau, Daniel Gloger, Sebastian Kowski, Tajana Rai, Sebastian Röhrle, Dino Scandariato, Stephanie Schönfeld, Anne Tismer, Matias Tosi

 

sowie Tibor Brouwer, Silke Gäng, Christopher Kaplan, Angelika Lenter

und dem Orchester "Il Gusto barocco"

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

REIZVOLLES SPIEL MIT KLASSISCHEN FORMEN -- Konzertabend beim deutsch-türkischen Forum mit Gülsin Onay und Erkin Onay im Hospitalhof STUTTGART

Sie ist Staatskünstlerin der Türkei und eine renommierte Pianistin: Gülsin Onay. Sie trat auch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks auf. Zusammen mit ihrem Sohn Erkin Onay (Violine)…

Von: ALEXANDER WALTHER

EXPLOSIVE KLANGMISCHUNG -- "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky bei NAXOS (BR KLassik)

Nicht sonderlich erfolgreich geriet die Stuttgarter Uraufführung der einaktigen Oper "Eine florentinische Tragödie" von Alexander Zemlinsky im Jahre 1917 unter der Leitung von Max von Schillings. In…

Von: ALEXANDER WALTHER

Die ganze Wahrheit? -- „True Crime“ - Andrey Kaydanovskiy | Hege Haagenrud | Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Drei tänzerische Perspektiven zu Wahrheit und Fiktion: Andrey Kaydanovskiy „Chalk“, Hege Haagenrud „The Bystanders“, Demis Volpi „Non-Fiction Études“  

Von: Dagmar Kurtz

SZENEN OHNE ILLUSIONEN -- "Tosca" von Giacomo Puccini in der Staatsoper Stuttgart

Kann Kunst unsere Wirklichkeit beeinflussen? Diese Frage steht als zentrales Thema im Zentrum der Inszenierung von Willy Decker, dessen Figuren sich in Puccinis "Tosca" in einem schwarzen Kasten…

Von: ALEXANDER WALTHER

RETTET DIE FRAUEN! -- Premiere "Zertretung" von Lydia Haider im Schauspiel Nord STUTTGART

Die 1985 in Oberösterreich geborene Lydia Haider hat hier einen radikalen Text vorgelegt, der zuweilen an Rainald Goetz erinnert. Die zentrale Frage lautet: Wie geht man mit einem System um, das…

Von: ALEXANDER WALTHER

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑