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Schauspiel Köln: IN DER EINSAMKEIT DER BAUMWOLLFELDER

05.04.2007

von Bernard-Marie Koltès,

Premiere am 15.4.2007, 20.00 Uhr, Schlosserei.

In der Dämmerung treffen zwei Männer aufeinander, Kunde der eine, der andere Dealer genannt. Was sie zusammenführt, ist eine geschäftliche Transaktion, die verbotene Güter zum Gegenstand hat, wie Koltès mit juristischer Genauigkeit den Deal definiert.

Dem illegalen Charakter des Deals gemäß treffen sie einander nicht bei Tageslicht, sondern bei Anbruch der Nacht.

Der Dealer: "Wenn Sie zu dieser Stunde unterwegs sind, dann weil Sie etwas wünschen, das Sie nicht haben. Und dieses Etwas kann ich Ihnen beschaffen." Die Frage, was sich der Kunde wünscht, bildet den Spannungsbogen für ein Stück, das nicht die Ware, sondern die Verhandlung thematisiert. Weder der Dealer noch der Kunde geben sich die Blöße, dem Etwas einen konkreten Namen zu geben. Doch aus der sprachlichen Vieldeutigkeit ragt unüberhörbar ein Wort hervor: désir. Dealer und Kunde haben Lust an der Verstellung, am Kampf. Oszillierend zwischen Anziehung und Abstoßung umkreisen sie einander wie Raubtiere, die Frage nach Wunsch und Ware war vom ersten Moment an lebensgefährlich.

Nach "Alte Zeiten" von Harold Pinter ist "In der Einsamkeit der Baumwollfelder" Johannes Wenzels zweite Inszenierung am Schauspiel Köln.

Inszenierung: Johannes Wenzel | Bühne: Gesa Klebe/ Britta Blanke | Kostüme: Romy Reinfeld

Video| Irena Prskalo / Marin Raguž

Musik| Jorinde Kuiper

Dramaturgie| Leona Benneker

Licht| Johan Delaere

Dealer| Lukas Holzhausen

Kunde| Markus Heinicke

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Herausgeber des Beitrags: theaterkompass.de

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