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Richard Strauss, SALOME, Oldenburgisches Staatstheater

Premiere Do 11. Oktober um 19.30 Uhr im Großen Haus. -----

Die biblische Marginalie vom dekadenten Hof des Herodes Antipas, Tetrarch von Jerusalem, und dem Schicksal des Jochanaan (Johannes, der Täufer) im Markus- und Matthäus-Evangelium war um die Wende zum 20. Jahrhundert ein prägender Stoff in Bildender Kunst und Literatur.

Salome, Tochter der mit Herodes verheirateten Herodias, wurde zu der Vertreterin des Fin de Siècle: Femme fatale und femme enfant, fille fragile und Hure vereinen sich in dieser Figur, die neben Lulu zum Typus des Urweibes werden sollte.

Wir sehen eine Gesellschaft am Abgrund: Salome ist fasziniert von dem gefangenen Propheten Jochanaan, der so anders ist als alles, was sie aus ihrer von Materialität geprägten Welt kennt – und der sie brüsk abweist. Ihre Liebe schlägt in Hass um. Herodes zieht es jedoch selbst zu der Kindfrau Salome: Wenn sie für ihn tanzt, soll sie alles bekommen, was sie will – sie fordert den Kopf des Jochanaan. Entspringt die Forderung dieses blutigen Opfers zunächst einer rein privaten Begierde, realisiert Salome im Verlauf ihres Schlussmonologs die politische Tragweite ihrer Entscheidung. Privater und öffentlicher Mensch fallen hier in einem Moment höchster Entäußerung zusammen. Mit ihrer von der Sehnsucht nach einer anderen Welt geprägten Forderung markiert Salome den Endpunkt eines pervertierten Systems und sprengt mit ihrer Obsession die Grenzen der Gesellschaft.

Von Anfang an verbreitet die Musik Unbehagen, evoziert Bilder einer Sommernacht, aber verströmt auch eine erschütternde Kälte. Strauss’ kühne und revolutionäre Musiksprache erzählt voller Konsequenz und mit allen Abgründen von einer Gesellschaft im Umbruch.

Der leitende Schauspielregisseur K.D. Schmidt setzt Salome in Szene, an das Pult des Oldenburgischen Staatsorchesters tritt der neue Generalmusikdirektor Roger Epple.

Musikalische Leitung: Roger Epple;

Inszenierung: K.D. Schmidt

Bühne: Maren Greinke;

Kostüme: Britta Leonhardt;

Video: Valerie Vogt

Dramaturgie: Lars Gebhardt

Herodes: Albert Bonnema

Herodias: Saskia Klumpp

Salome: Allison Oakes

Jochanaan: Derrick Ballard/ Peter Felix Bauer

Narraboth: Daniel Ohlmann

Ein Page der Herodias: Undine Mentzel

Erster Jude: Michael Pegher

Zweiter Jude: Mykola Pavlenko

Dritter Jude: Sandro Monti

Vierter Jude: Ihor Salo

Fünfter Jude: Alwin Kölblinger

Erster Nazarener: Benjamin LeClair

Zweiter Nazarener: Andreas Lütje

Erster Soldat: Philip Zehnoff

Zweiter Soldat: Leonard Katarzynski

Ein Kapadozier: Toshihiko Matsui

Ein Sklave: Daniela Köhler

Statisterie des Oldenburgischen Staatstheaters

Oldenburgisches Staatsorchester

Weitere Vorstellungen: So 14., So 21. Oktober

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